Familie ist eines der großen Themen unserer Gesellschaft

Für Ruhrbischof Dr. Franz-Josef Overbeck gehört das Thema "Familie" zu den großen Themen der Gesellschaft. Die Familie in Gesellschaft und Kirche stark zu machen, dazu rief er bei der Eröffnung der Familienkampagne 2012 in Essen auf. Die bistumsweite Kampagne steht unter dem Motto "Bindung macht stark".



Das Bistum Essen eröffnete die Familienkampagne 2012

Die Familie stark zu machen innerhalb der Gesellschaft und auch in der Kirche, dazu rief Ruhrbischof Dr. Franz-Josef Overbeck am Weltfamiliensonntag, 15. Januar, in Essen auf. „Die Familie ist eines der großen Themen unserer Gesellschaft“, betonte er im Pontifikalamt zur Eröffnung der Familienkampagne 2012 des Bistums Essen.

Heute seien „Bilder von der Familie“ so bunt wie das Leben. Es gebe verschiedene Formen, das Familienleben zu verwirklichen. „Viele können von geglückten Familienbeziehungen reden, ebenso Viele aber auch von schwierigen, belastenden, sprachlos machenden und gescheiterten“, so Overbeck. Doch die Mehrheit gerade junger Menschen sei – das zeigten Umfrageergebnisse - der Überzeugung, dass man eine Familie brauche, um wirklich glücklich leben zu können. „Dies ist eine berührende und zugleich nachdenklich machende Tatsache“, meinte der Bischof.


Zum Familienleben gehören Bindungen

So unterschiedlich Menschen und Familienbilder auch seien, eines sei auffällig, dass nämlich zum Familienleben Bindungen gehörten. „Bindungen machen stark“, betonte Overbeck. Diese Erfahrung greife auch das Motto der Familienkampagne 2012 auf: „Bindung macht stark.“ Dem Leben der Kirche ein Gesicht zu geben und Seelsorge zu gestalten, bedeute, „die großen Themen in den Blick zu nehmen und zu gestalten“, dazu zähle vor allem das Thema „Familie“. Viele Menschen seien auf der Suche, seien innerlich heimatlos. Sie bräuchten Bindungen, die sie tragen. „Bindungen, die wir in der Familie lernen und erleben dürfen, machen uns für unser Leben stark“, so Overbeck.

Überall dort, wo Menschen füreinander Verantwortung übernähmen, werde wird bereits viel von dem realisiert, „was für uns Christen zum Familienideal gehört“, betonte der Bischof. Auch wenn die Kirche mit ihrer Tradition vielfach in Spannung zum gesellschaftlichen Umfeld stünde, ziehe sie sich nicht aus diesem Zurück, sondern suche „konstruktiv positive Anschlüsse, die zwar nie deckungsgleich mit unseren Zielvorstellungen von Familienleben sind, aber doch Solidarität und Gemeinschaft hervorrufen können“, gab Overbeck zu bedenken. In Zeiten einer von Unverbindlichkeit geprägten „Freiheitskultur“ sei es eine Erfahrung, dass das Eingehen von Bindungen tatsächlich stärke. „Wenn man Bindungen bewusst lebt, hat man nicht nur äußere Verbündete, mit denen man Solidarität erfahren kann“, so der Ruhrbischof. Mit verbindlichen äußeren Beziehungen sei man auch „innerlich freier“. Das wolle die Familienkampagne deutlich machen.


Großes Engagement für Familien im Ruhrbistum

Auch auf das große kirchliche Engagement für Familien im Bistum Essen wolle die Kampagne aufmerksam machen. „Wir sind ein großer, wenn nicht der größte Leistungsträger für Familien im Ruhrgebiet“, so Overbeck. Hier nannte er die vielen Einrichtungen der Familienbildung, die 272 Kindertageseinrichtungen des KiTa Zweckverbandes, die Caritas mit ihrem breitgefächerten Hilfsangebot, die Schulen, Verbände und nicht zuletzt die Kinder- und Jugendarbeit in den Pfarreien und Gemeinden. „Sie alle sorgen dafür, dass hier vor Ort Familien besser leben können“, betonte der Bischof.

Was im Ruhrbistum für Familien bereits getan wird, skizzierte Projektleiter Dr. Stefan Nacke beim Empfang in der Volkshochschule. Er gab den gut 100 Gästen aus Kirche, Politik, Bildung und Gesellschaft einen Einblick in das vielfältige Engagement zum Thema „Familie“ während des Kampagnenjahres, vom Sozialpolitischen Aschermittwoch, Haldenkreuzweg der Verleihung des Heinrich-Brauns-Preises über den Maigang mit dem Bischof, der Touristenseelsorge auf Texel und dem Tag der Räte im Bistum Essen bis hin zum großen Bistumsfest am 30. Juni auf dem Essener Burgplatz. Hinzu kommen Veranstaltungen und Projekt der zahlreichen Kooperationspartner, von der Katholischen Akademie „Die Wolfsburg“, dem KiTa Zweckverbandes, Medienforum und den Familienbildungsstätten bis hin zum Familienbund, der Caritas, den Verbänden und dem Diözesanrat. „Wie groß das Engagement und Angebotsspektrum in Sachen Familie im Bistum Essen ist, zeigen schon die rund 550 Einrichtungen, die auf der Karte der Webseite www.familienfan.de zu finden sind“, so Nacke.


Leben, Liebe, Gemeinschaft, Zusammenhalt, Schutz

Bereichert wurde der Empfang durch eine Fotoausstellung, die Studierende der Katholischen Hochschule NRW in Köln zum Thema „Familie ist…“ zusammengestellt haben. „Die Studenten haben sich mit der Frage auseinandergesetzt, was für sie Familie ist, und versucht, dies medial umzusetzen“, erläuterte Dr. Anna Zembala, Professorin für Medienpädagogik. Die jungen Leute hätten die Erfahrung gemacht, dass sich das Familienbild stetig wandelt sich ihre eigene Perspektive verändere. „Die Studenten befinden sich in einem ‚Dazwischen‘, in einer ständigen Bewegung. Sie ziehen zuhause aus, machen sich auf den Weg, etwas Neues zu wagen“, so die Professorin. Was heutzutage zu ihren Vorstellungen von Familie gehört, haben die Studierenden in den Fotos festgehalten. „Dazu gehören Begriffe wie fantastisch, Leben, Liebe, Zusammenhalt, Vertrauen, Schutz, Unterstützung, Gemeinschaft, Sakrament, Geborgenheit und Geheimnis“, so Zembala. Auf die Frage, was eine Familie letztlich sei, gab sie eine philosophische Antwort: „Familie ist eine Familie ist eine Familie…“. (do)


Predigt von Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck

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