Evangelische Kirche im Rheinland lässt sich von ökumenischen Partnern beraten

Das Bistum Essen hat sich an einer ökumenischen Visite in der Evangelischen Kirche im Rheinland beteiligt. Am Ende eines elftägigen Besuchsprogramms legt die internationale Gruppe einen Bericht vor, der die Stärken der rheinischen Landeskirche benennt und gleichzeitig kritische Anmerkungen macht.

Wie können wir auch in Zukunft eine relevante Kirche sein? Diese Frage bewegt Kirchen aus verschiedenen Ländern, Sprachen und Konfessionen. In der Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR) geht die Zahl der Kirchenmitglieder ebenso wie die der Pfarrerinnen und Pfarrer zurück, und die finanziellen Mittel werden knapper. Angesichts dieser Entwicklung hat die rheinische Landeskirche eine außergewöhnliche Form der Beratung gewählt. Vertreter von Partnerkirchen aus Asien, Afrika und Nordamerika, aus Europa und aus der deutschen Ökumene wurden zu einer ökumenischen Visite eingeladen.

Zunächst machte sich die Gruppe mit den Strukturen und der Ordnung der Landeskirche vertraut, um dann sechs verschiedenen Bereiche der kirchlichen Arbeit durch Besuche in unterschiedlichen Regionen kennen zu lernen. Anschließend trafen sich die 17 Vertreter aus reformierten, lutherischen, freikirchlichen, katholischen und orthodoxen Kirchen zu einer gemeinsamen Auswertung und fassten ihre Eindrücke in einem Abschlussbericht zusammen. Dieser wurde Präses Manfred Rekowski überreicht und soll bei der nächsten Synode der EKiR beraten werden.

Zu lesen ist in dem Bericht viel Lob, aber auch eine Reihe von Empfehlungen. So wird herausgestellt, dass die EKiR nicht nur in Pfarreien, sondern auch in der Diakonie und im Bildungsbereich mit hohem Engagement und hoher Professionalität tätig ist. Gleichzeitig würde vielfach zu wenig deutlich, dass dieses Engagement Ausdruck des Glaubens ist und durch ihn geprägt wird. Der Bericht empfiehlt der EKiR, deutlicher im Sinne einer prophetischen Stimme aufzutreten und sich bei der Frage nach dem Profil der Pfarrerinnen und Pfarrer stärker an biblischen Leitbildern zu orientieren.  

Als Vertreter er katholischen Kirche nahm Volker Meißner, der Ökumenereferent des Bistums Essen, an der Visite teil. "Es war eine Zeit intensiven ökumenischen Lernens, aus der ich selber viele bereichernde Erfahrungen mitnehme", so fasst er seine Eindrücke zusammen. "Uns allen ist noch einmal bewusst geworden, dass wir als Christen in einer weltweiten Gemeinschaft unterwegs sind und unser Kirche-sein immer wieder neu lernen müssen."

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