Essener Inschriften: ganz klein und manchmal ganz gemein

Ganz gemeine oder auch ganz kleine, bekannte und längst verloren gegangene Essener Inschriften enthält das jetzt erschienene Buch "Die Inschriften der Stadt Essen". Der Band präsentiert die mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Inschriften aus dem heutigen Gebiet der Stadt Essen bis 1650.


Ganz gemeine oder auch ganz kleine, bekannte und längst verloren gegangene Essener Inschriften – was Sonja Hermann von der Arbeitsstelle Inschriften der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften in siebenjähriger akribischer Kleinarbeit zusammengetragen und bearbeitet hat, ist jetzt druckfrisch im Buch „Die Inschriften der Stadt Essen“ veröffentlicht. Der Band präsentiert in 188 Katalognummern die mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Inschriften aus dem heutigen Gebiet der Stadt Essen bis 1650.

Im 81. Band der Reihe Die Deutschen Inschriften sind sowohl die erhaltenen als auch die nur abschriftlich oder in Abbildungen überlieferten Inschriften berücksichtigt. Sie befinden sich vor allem auf liturgischen Geräten, auf Grabdenkmälern, Gemälden und Glocken. Mehr als die Hälfte der Inschriftenträger stammt aus dem Frauenstift Essen. Die Blütezeit des Stifts während der Herrschaft der ottonischen Äbtissinnen spiegelt sich auch in den Inschriften wider, genau wie die konfessionellen Auseinandersetzungen im 16. Jahrhundert. Inschriften aus dem Bereich der Stadtgemeinde erlauben Einblicke in das Leben der städtischen Honoratiorenschicht. Im Kloster Werden ist die Verehrung des Klostergründers, des heiligen Liudger, und seiner Familienmitglieder durch Inschriften belegt, ebenso aber auch die Stiftungs- und Bautätigkeit der Äbte. Einige erhaltene Grabsteine in Kettwig vermitteln einen Eindruck von der Grabmalgestaltung in einer kleinen Landgemeinde im 17. Jahrhundert.

Bei der Buchvorstellung im Altfridsaal am Kreuzgang des Essener Domes stellte Sonja Hermann eine kleine Auswahl der Inschriften vor, alle verbunden mit einem Superlativ: von Inschriften, die im Zusammenhang mit der berühmtesten Äbtissin, Mathilde, stehen über die kleinsten und schwierigsten - auf den gotischen Agraffen - zu den gemeinsten, die es in der Reformationszeit gegeben hat und die "Mönche, Nonnen und Pfaffen" in die Hölle wünschten. Beeindruckend, wie sich in der Präsentation kleine goldene Kringelchen und Strichelchen als Buchstaben entpuppten, die dann zum Beispiel als "dir allein" oder "durch Mutwillen" entziffert werden  konnten.

Die Inschriften der Stadt Essen (Die Deutschen Inschriften, Band 81, Düsseldorfer Reihe 7. Band), gesammelt und bearbeitet von Sonja Hermann. Dr. Ludwig Reichert Verlag, 2011. 322 Seiten sowie 64 Tafeln mit 171 s/w- und 41 Farbabb., 41 Strichzeichnungen, 1 Karte, Leinen mit Schutzumschlag, EUR 69,– ISBN 978-3-89500-823-8 (gedo/mi)

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