Erste Reaktionen auf Bischofs-Brief

Neben vielen positiven Reaktionen auf den jüngsten Brief von Bischof Overbeck gab es einige Irritationen um die in dem Schreiben verwendete Anrede. Künftig will sich das Bistum deshalb nicht mehr namentlich an den „Haushaltsvorstand", sondern neutral an „Frau/Herr/Familie" wenden.

Bistum verwendet künftig neutralere Anrede

Hunderttausende Haushalte im Bistum Essen haben in diesen Tagen Post von Ruhrbischof Dr. Franz-Josef Overbeck erhalten. In seinem Schreiben kündigt Overbeck das neue Bistumsmagazin BENE an, das ab dieser Woche kostenlos an alle Haushalte im Bistum Essen verschickt wird. Neben vielen positiven Reaktionen auf den Brief gab es einige Irritationen um die in dem Schreiben verwendete Anrede, da sich der Brief im Regelfall an den Ehemann oder den Familienvater wendet. „Es ging uns keineswegs darum, die Frauen in unserer Kirche zu ignorieren“, betont der Sprecher des Bistums Essen, Ulrich Lota. Vielmehr habe man sich bei diesem bislang einmaligen Projekt aus Kostengründen dafür entschieden, jedem katholischen Haushalt nur einen Brief zu schicken. „Um den Gesamtbestand der Mitgliederdaten des Bistums Essen entsprechend zu sortieren, greifen wir auf das Kriterium des so genannten „Haushaltsvorstands“ zurück, mit dem in der Regel der Ehemann bezeichnet wird“, erläutert Lota.

Das Kriterium „Haushaltsvorstand“ ist indes keine Erfindung der Kirchen, sondern wurde von den Kommunen eingeführt, von denen die Kirchen ihrerseits ihre Meldedaten übernehmen. Damit will sich das Bistum Essen jedoch nicht zufrieden geben. „Wir wollen eine lernende Kirche sein“, sagt Lota mit Blick auf das jüngst vorgestellte Zukunftsbild des Ruhrbistums. Intensiv soll in den kommenden Tagen nach Möglichkeiten gesucht werden, den kirchlichen Datenbestand anders zu sortieren als nach dem auch in Pfarrgemeinden seit Jahrzehnten etablierten Kriterium „Haushaltsvorstand“. Kurzfristig werde zudem die erste Ausgabe des Bistumsmagazins nicht namentlich an den Haushaltsvorstand verschickt, sondern entsprechend dem folgenden Beispiel:

Frau/Herr/Familie
Mustermann
Musterstraße 12
12345 Musterstadt“

„Leider hat das Bistum Essen zurzeit noch keine Möglichkeit, den Adressbestand technisch so zu nutzen, dass beispielsweise nicht nur der Vater, sondern eine Familie als Ganzes angeschrieben werden kann. Das finden wir selbst nicht optimal“, sagt Lota. Andererseits könne man nicht alle Adressen als Familie anschreiben, weil zum Beispiel auch viele Alleinstehende zum Empfängerkreis von BENE gehörten. Zudem müssten für den Postversand die Regeln für den Versand von Postvertriebsstücken eingehalten werden. (tr)

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