„Er ist immer ein Pastor im Ruhrbistum gewesen“

Als "Pastor im Ruhrbistum" und "Gesicht der Caritas" würdigte Bischof Overbeck den scheidenden Weihbischof und Bischofsvikar für die Caritas, Franz Vorrath. Mit einem Pontifikalamt und anschließenden Empfang wurde am Caritassonntag offiziell der 75. Geburtstag, das Goldene Priesterjubiläum und die Verabschiedung des Weihbischofs gefeiert.

Pontifikalamt zur Verabschiedung von Weihbischof Franz Vorrath

Dass beim Pontifikalamt am Nachmittag des Caritassonntags, 23. September, im Essener Dom wieder einmal kein Platz frei blieb, war sicherlich Ausdruck der Wertschätzung für den Menschen, Priester und Bischof, dem diese Feier galt: Weihbischof Franz Vorrath, Bischofsvikar für die Caritas. Im Juli hat er sein 75. Lebensjahr vollendet und konnte sein Goldenes Priesterjubiläum feiern. Dies und auch seine Verabschiedung als Weihbischof in Essen waren Anlass für diesen festlichen Gottesdienst. Viele Gäste aus Kirche und Caritas, darunter auch der Vorgänger von Ruhrbischof Overbeck und jetzige Bischof von Münster, Dr. Felix Genn, Altbischof Dr. Hubert Luthe, der stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Norbert Trelle, Hildesheim, sowie zahlreiche Weihbischöfe, der Präsident des Deutschen Caritasverbandes, Prälat Dr. Peter Neher, Gäste aus Politik und Wirtschaft, darunter der Essener Oberbürgermeister Reinhard Paß, Vertreter der Muslime im Ruhrgebiet sowie viele Weggefährten und Freunde von Weihbischof Vorrath nahmen an der Feier teil.  


Gott ist die Liebe

In der Predigt erinnerte Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck an das Programmwort der ersten Enzyklika von Papst Benedikt XVI. „Deus Caritas est“ – Gott ist die Liebe. „Es geht um die Liebe, die befähigt, sich ganz dem Anderen zuzuwenden und aus Gottverbundenheit beim Andren zu bleiben“, betonte der Ruhrbischof. In Jesus Christus sei die Caritas Wirklichkeit geworden, „jene unbedingte Liebe Gottes zu uns Menschen, die grenzenlos ist und jedem gilt“. Diese Liebe zeige den Raum, in dem Priester ihren Dienst täten, und sei „die Kraftquelle und der Motor des Glaubens“.

„Das Leben und das Lebenszeugnis von Weihbischof Vorrath hat eng mit diesem Verstehen von Gott als Liebe und seiner Konkretion im Anderen sowie in der Eucharistie zu tun“, so Overbeck. Die Lebensstationen des Weihbischofs – von Kaplansjahren in Herbede und Duisburg  über die Jahre als Diözesanjugendseelsorger, Diözesanpräses der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) sowie Pfarrer und Stadtdechant in Oberhausen bis hin zum Weihbischof und Bischofsvikar für die Caritas – zeigten, dass er immer ein „Pastor im Ruhrbistum“ gewesen sei. Auf all diesen Lebensstationen sei  zu spüren, „dass sich Weihbischof Vorrath der Wirklichkeit der Liebe zum Anderen und der Wirklichkeit Gottes als Liebe in der Eucharistie ganz verschrieben“ habe.


Er mag die Menschen und die Menschen mögen ihn

Bischof Overbeck stellte die „große Loyalität“ Vorraths gegenüber dem Bischof und dem Bistum heraus. Der Weihbischof habe seinen  priesterlichen und bischöflichen Dienst „als Pastor des Ruhrgebietes, eben als Hirte der Menschen“ getan und besitze ein besonderes Charisma: „Er vermittelt allen, dass es im Leben immer wieder gut wird, dass das Versöhnende und Gutsein an erster Stelle stehen, gleichsam als Zeugnis für einen  Glauben, der sich von Gottes Liebe nicht entfernen will“, unterstrich der Bischof. Priesterlicher Dienst und bischöflicher Auftrag würden so ihr Gesicht gewinnen, weil beides ein „Dienst für die Anderen“ sei. „So verwirklicht sich Caritas“, betonte Overbeck. Die Kirche von Essen habe durch den 50-jährigen Priesterdienst von Weihbischof Franz Vorrath auf sehr praktische Weise viel von dem sehen können, was Priesterdienst sei: „durch die eigene Person und durch das Sakrament gestärkt und gesandt, für den einzustehen, der die Liebe ist – und das ganz unverdient“, sagte der Bischof. Dabei habe die Welt des Ruhrgebietes mit seiner lebendigen Volksreligiosität und seinen „ehrlichen und liebenswürdig direkten Menschen“ den Jubilar sehr geprägt. Overbeck: „Man spürt es! Er mag die Menschen und die Menschen mögen ihn.“ Der Dienst von Weihbischof Vorrath tue der Kirche von Essen gut und habe viel Frucht gebracht.


Er ist das „Gesicht der Caritas“

Franz Vorrath sei im Ruhrbistum „das Gesicht der Caritas“, dort schlage sein Herz. „Als Bischofsvikar für die Caritas ist er im Dienst der Menschen immer mitten im Ringen um Gerechtigkeit und Liebe vorzufinden“, so Overbeck. Christliche Nächstenliebe geschehe aus einem Glauben heraus, der sich in der Liebe zum anderen bewähre. „Dies geschieht unabhängig von Parteien, Ideologien, Weltanschauungen, Religionen und Überzeugungen einzig aus der inneren Haltung des Lebensprogramms des barmherzigen Samariters heraus“, machte der Bischof deutlich. Weil die Not so endlos sei und die Abgründe des Menschen oft sprachlos machten, müssten Christen „aus dieser inneren Liebe eine Wachheit für die Fremden, die Obdachlosen, für die Menschen in ihren vielfältigen Nöten des Alltags“ zeigen. Auch hier habe Vorrath durch seine Haltung und sein Vorbild gezeigt, „dass die Liebe versöhnend ist und das Gute tut“, betonte der Ruhrbischof.

Er dankte Weihbischof Franz Vorrath im Namen des Bistums Essen und der vielen Menschen „von Herzen für diesen selbstlosen und unermüdlichen, immer mit Freundlichkeit und Zuwendung wahrgenommenen Dienst“.

Viele Hände schütteln musste Weihbischof Franz Vorrath beim anschließenden Empfang im Pfarrsaal St. Gertrud und viele Worte des Dankes und der Anerkennung „über sich ergehen lassen“.  Denn wer ihn kennt, weiß seine Bescheidenheit zu schätzen. Doch gefreut hat sich der 75-Jährige dennoch über den Dank und die guten Wünsche, die er an diesem Tag erfahren durfte. (do)


Predigt von Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck 

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