„Er hat die Beziehung von Kirche und Staat geprägt“

Im Alter von 85 Jahren ist der ehemalige Justitiar und Gründer der Essener Gespräche, Prof. Dr. iur. Heiner Marré am Montagmorgen verstorben. Als Staatskirchenrechtler hatte Marré nicht nur für die Kirche von Essen sondern auch für die Kirche von Deutschland eine prägende Wirkung.

Ehemaliger Justitiar und Gründer der „Essener Gespräche“ verstorben

Der frühere Justitiar des Bistums Essen, Professor Dr. iur. Heiner Marré, ist am Montagmorgen im Alter von 85 Jahre verstorben. Marré lenkte für rund 18 Jahre die juristischen Belange des Ruhrbistums und gründete die bedeutende staatskirchliche Fachtagungsreihe „Essener Gespräche“. „Als Staatskirchenrechtler hatte Marré nicht nur für die Kirche von Essen sondern auch für die Kirche von Deutschland eine prägende Wirkung“, würdigt Dr. Burkhard Kämper, stellvertretender Leiter und Justitiar im Katholischen Büro in Düsseldorf sowie Marrés Nachfolger bei den Essener Gesprächen, den Verstorbenen.

Marré wurde am 23. April 1929 in Gladbeck geboren. Nach dem Abitur im Jahre 1950 nahm der Gladbecker ein Studium der Rechtswissenschaften in München und Bonn auf und begann 1961 seinen Dienst im Bischöflichen Generalvikariat des erst wenige Jahre zuvor gegründeten Ruhrbistums. Bis zum 30. April 1994 war Marré als Justitiar dort tätig. Sehr schnell machte er sich - weit über das Bistum Essen hinaus - einen Namen als ausgezeichneter Kenner des Staatskirchenrechts und des Kirchensteuerwesens in der Bundesrepublik Deutschland.

Ermuntert durch den ersten Bischof des Ruhrbistums, Kardinal Dr. Franz Hengsbach, und dessen Generalvikar Josef Krautscheidt entwickelte Marré die Idee einer regelmässig stattfindenden Tagung für den Bereich Staat und Kirche. Im Frühjahr 1967 fand diese Tagung unter dem Titel „Essener Gespräche zum Thema Staat und Kirche“ erstmals statt. Die „Essener Gespräche“ sind seitdem zu einem festen Bestandteil in der staatskirchenrechtlichen Wissenschaft, aber auch darüber hinaus in der Öffentlichkeit und in der Kirche geworden. Zudem wirkte Marré in verschiedenen staatskirchenrechtlichen Gremien auf Bundesebene mit und gründete den Juristenrat des Bistums Essen. Als Mitbegründer und erster Geschäftsführer des Instituts für Staatskirchenrecht trug Marré dazu bei, dass es eine profilierte Entwicklung der Beziehung von Staat und Kirche in der Bundesrepublik gibt. Für seine vielfältigen Dienste für das Bistum Essen, wie auch für die staatskirchlichen Belange der katholischen Kirche in Deutschland, wurde Marré 2004 von Papst Johannes Paul II. zum Ritter des Ordens vom heiligen Gregorius ernannt.

Marré brachte seine fachwissenschaftlichen Kenntnisse in zahllose Veranstaltungen, Vorträge und Gremien ein und war zudem als Dozent im Fach Staatskirchenrecht an unterschiedlichen Universitäten tätig. Unter anderem dozierte er an der Juristischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum, wo er im Juli 1993 auch zum Honorarprofessor ernannt wurde. (ja)

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