Enge Verbindung zwischen Schaustellern und Kirche

Dass die Schausteller bei der Bewahrung von Tradition und kulturellem Erbe eine wichtige Rolle spielen, betonte Weihbischof Franz Vorrath auf dem Jahresempfang des Deutschen Schaustellerverbandes, Sektion Essen.

Weihbischof Vorrath sprach vor Schaustellerverband in Essen

Die wichtige Rolle, die Schausteller bei der Bewahrung von Tradition und kulturellem Erbe spielen, betonte am Freitag der Essener Weihbischof Franz Vorrath. In seinem Grußwort zum Jahresempfang des Deutschen Schaustellerverbandes, Sektion Essen, ging er auf die Identität wahrende Funktion des Schaustellergewerbes ein. Eine Kirmes, so Vorrath, sei „an vielen Stellen die letzte öffentlich wahrnehmbare Manifestation einer kulturellen Zugehörigkeit und Herkunft, ohne die wir in Gefahr stehen, die eigene Identität im Sog der wirtschaftlichen Interessen zu verlieren.“

Schausteller hätten aufgrund der Natur ihrer Arbeit die Möglichkeit, mehr als andere Berufsgruppen Einblicke in das Leben vieler verschiedener Städte zu gewinnen. „Sie sind einerseits ein empfindlicher Seismograph neuer Entwicklungen und Trends in der Gesellschaft, andererseits aber auch Träger und Bewahrer einer Jahrhunderte alten Tradition.“ Im Schaustellerverband werde das Wissen um ein wichtiges kulturelles Gut bewahrt, gepflegt und weiter gegeben, das an vielen Stellen des Landes auszusterben drohe.

Da Schaustellerbetriebe nicht an eine bestimmte Kommune gebunden seien, hätten sie keine lokalen Lobbys, die sich für sie einsetzten. Trotzdem seien sie unverzichtbar und nicht zu vernachlässigen. Die Verbindung zwischen Schaustellern und der Kirche sei sehr eng: „In ihren Schaustellerbetrieben weiß man noch, aus welchen Quellen sich die jeweiligen Kirmessen und Feiern speisen.“ Denn eines sei klar: historisch und inhaltlich gesehen hätte es die meisten dieser Veranstaltungen ohne die Kirche und ihre Feste sowie die entsprechende Erinnerung an Heilige gar nicht gegeben. (jsb)

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