„Eines Tages werd‘ ich Päpstin sein“

Gelungener Auftakt zum Katholikentag in Leipzig: Das Kirchenkabarett „Die Sch(m)utzengel“ aus Hattingen präsentierte sein Programm „Liebe Brüder und Brüderinnen“ im Kabarett Leipziger Pfeffermühle.

Einen tollen Start in den 100. Katholikentag in Leipzig hatte das kirchliche Kabarett „Die Sch(m)utzengel“ aus Hattingen mit seinem Programm „Liebe Brüder und Brüderinnen – Was wäre die Kirche ohne unsere Frauen“. Das elfköpfige Ensemble trat im traditionsreichen Kabarett Leipziger Pfeffermühle auf. Direkt nach dem großen Eröffnungsgottesdienst des Katholikentages strömten weit über 1000 Menschen vom Augustusplatz her, um einen der 177 Sitzplätze zu ergattern.

Die Kabarettisten und ihr Publikum verstanden sich und das Programm als „kernkatholisch“, auch wenn sich auf Nachfrage acht der Anwesenden als evangelisch outeten und mit ironischem Unterton willkommen geheißen wurden. In früheren Jahren hätte man kommentiert „Wer hat die denn reingelassen?“ oder „Wenn sie denn schon mal hier sind…“, hieß es auf der Bühne. Die Pointen aus dem kirchlichen Binnenleben wären nämlich für Nichtkatholiken kaum verständlich gewesen – zum Beispiel über eine „Kommunion-Polizei“, die in der Messe grüne Plaketten zum Kommunionempfang verteile für „sündenfreie Menschen“, aber auch für ehemalige Priester: „Denen geben wir selbstverständlich die Kommunion, wenn auch nicht durch Kaplan Müller persönlich.“ Rote Verbots-Plaketten sind – so die Sch(m)utzengel – wiederverheirateten Geschiedenen oder Homosexuellen vorbehalten:  „Gleichgeschlechtlich geht gar nicht, da ist es auch egal, ob katholisch mit katholisch zusammen ist.“ Aber auch „Frau Kaminski“, die seit 46 Jahren den Kuchenverkauf beim Pfarrfest dominiert und niemanden sonst an die Sahnetorten lässt, kriegte ihr Fett weg. Und für die Liedzeile „Eines Tages werd‘ ich Päpstin sein“ gab es tosenden Applaus und Bravo-Rufe aus dem Publikum.

Die „Sch(m)utzengel“, elf Katholiken aus verschiedenen Pfarreien in Bottrop, Hattingen, Lüdenscheid und Borken, schreiben ihre Sketche und Liedtexte selbst in der Freizeit und treten seit 14 Jahren eigentlich nur im Ruhrbistum auf. Zum ersten Mal hatten sie sich nun mit einem Video für den Katholikentag beworben und wurden prompt zweimal gebucht: Der zweite Auftritt in der Pfeffermühle ist am Samstag, 28. Mai, um 11 Uhr.

„Uns liegt die Kirche am Herzen“, sagt Udo Kriwett, Pastoralreferent aus St. Peter und Paul in Hattingen und Sprecher der Gruppe, „deshalb möchten wir liebevoll und freudvoll an die Dinge herangehen.“ Die Menschen verkrampften, wenn es in der Kirche nur um Geld und Struktur gehe. „Gegen schlechte Laune hilft eine etwas verrückte Sicht auf die Wirklichkeit.“

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