Einen Ort der Seelsorge für alle schaffen

Als neuer Dompropst an der Hohen Domkirche zu Essen wurde jetzt Monsignore Thomas Zander in einem feierlichen Gottesdienst durch Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck in sein Amt eingeführt. Dieser rief dazu auf, den Dom als einen „lebendigen Ort der Berührung mit Gott“ neu zu profilieren.



Bischof Overbeck führte den neuen Essener Dompropst in sein Amt ein

Mit einem festlichen Gottesdienst im Essener Dom führte am Sonntag, 12. Januar, Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck den neuen Dompropst, Monsignore Thomas Zander, in sein Amt ein. Zahlreiche Vertreter aus Kirche und öffentlichem Leben waren gekommen, darunter auch Altbischof Hubert Luthe, die Weihbischöfe Vorrath und Grave, die Dompröpste der benachbarten Diözesen und der Essener Oberbürgermeister Reinhard Paß.  

Zunächst verlas der Senior des Domkapitels, Prälat Martin Pischel, die Ernennungsurkunde. Anschließend legte der neue Dompropst vor dem Bischof den Treueeid ab und wurde dann, begleitet von Beifall, zu seinem Platz im Domkapitel geführt.
 
Dass die Kirche von überzeugten und überzeugenden Christen lebe und sie im Alltag Ort brauche, an denen für Menschen eine „Berührung mit Gott“ erfahrbar werde, unterstrich Bischof Overbeck in der Predigt. Der Dom in Essen mit seiner fast 1200 Jahre alten Geschichte sei ein solcher Ort, wo das Gebet, die Liturgie und das Gedenken an den heiligen Altfrid eine wichtige Rolle gespielt hat und spielt, die für die Identität von Stadt und Stift Essen von großer Bedeutung sei.


Kirche mitten in der Stadt

Seit der Gründung des Bistums Essen im Jahre 1958 sei die Münsterkirche die Kathedralkirche des Bischofs. Die Sorge um die Liturgie, um das Gebäude und das Leben am Dom sei Aufgabe des Domkapitels, an dessen Spitze der Dompropst stehe. Aufgrund seiner zentralen Lage in der Essener Innenstadt komme das Gotteshaus in Kontakt mit der bunten Vielfalt der heutigen Welt. „Es sind die Jungen und die Alten, die hier lebenden Essener Bürger und die Besucher, es sind die Flüchtlinge und Menschen aus anderen Nationen und Kulturen, es sind Kranke und Gesunde, Katholiken und Protestanten, muslimische Gläubige oder Menschen ohne Bekenntnis, die hierher kommen“, sagte Overbeck. Daraus erwachse für den Dompropst und das Domkapitel eine neue Herausforderung, „nämlich das Leben am Dom und die Seelsorge so zu gestalten, dass sie Zeugnis ist von der Berührung Gottes mit den Menschen, eine Seelsorge für alle“, betonte Overbeck.


Ein Ort der Sorge für die Armen

Zu den wichtigen Aufgaben des Domkapitels zählten die Feier der Liturgie und das Gebet. „Mir ist es aber auch wichtig, dass der Dom ein Ort einer sehr konkreten handfesten Armensorge ist“, unterstrich der Bischof. Es gehe darum, wach zu sein für die Menschen, die materiell arm seien, aber auch für diejenigen, „die geistig und geistlich Armut spüren, weil ihnen das Christentum fremd ist und die trotzdem neugierig und auf der Suche sind“, so Overbeck. Die Glaubensvermittlung an Orten von Liturgie und Gebet, von Armensorge und Glaubensstärkung, von Reflexion und Katechese zu ermöglichen, auch dies zähle zu den Aufgaben von Domkapitel und Dompropst. „Hier ist der Mut zu situations- und altersgerechten Glaubensritualen gefragt, um unterschiedliche Zielgruppen anzusprechen, die in unserer differenzierten und vielfältigen Welt auf der Suche nach Sinn und Halt sind“, betonte der Ruhrbischof. Dazu gehöre „schlicht und einfach“ eine Einführung in den Glauben. Es komme darauf an, den Dom als einen „lebendigen Ort der Berührung mit Gott“ neu zu profilieren. Dazu wünschte der Bischof dem neuen Dompropst und dem Domkapitel Gottes Segen, Kraft, eine gute Zusammenarbeit sowie „einen mutigen, lebendigen und hoffnungsvollen Weg“.

Das bekräftigte Overbeck noch einmal beim anschießenden Empfang, auf dem er noch einmal den bisherigen Lebenslauf von Dompropst Zander vorstellte. Glückwünsche überbrachten auch die stellvertretende Superintendentin der Evangelischen Kirche in Essen, Pfarrerin Marion Grewe, und – in humoriger, aber zugleich auch tiefgründiger Reimform - der Vorsitzende der Mitarbeitervertretung des Domkapitels, Rainer Teuber.

Bewegt sei er und empfinde Freude und Dankbarkeit, versicherte Dompropst Zander in seinem Dankeswort. „Es tut mir richtig gut, dass Menschen an meiner Seite sind, die es gut mit mir meinen“, sagte er. Und er bat darum, ihn in Zukunft bei den anstehenden Aufgaben und Herausforderungen zu unterstützen. „Ich möchte dazu beitragen, den Ort des Domes hier in Essen zu stärken und zu entwickeln“, so Zander. Er sei zuversichtlich und freue sich auf die neue Aufgabe. (do)


Predigt von Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck

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