"Eine riesige Tafel der Gastfreundschaft"

Normalerweise wird geflucht, gehupt und gedrängelt, wenn der Verkehr auf der A 40 nur in Schrittgeschwindigkeit vorankommt. Doch dieses Mal war alles anders. Das Hupen und Fluchen blieb aus. Die Schrittgeschwindigkeit war sogar erwünscht. Und doch war eine Sache so wie immer.

Ein Stau der anderen Art auf der A 40

Normalerweise macht sich Unmut breit, wenn der Verkehr auf der A 40 wieder nur in Schrittgeschwindigkeit vorankommt. Es wird geflucht, gehupt und gedrängelt. Doch dieses Mal war alles anders. Die Schrittgeschwindigkeit war erwünscht. Das Fluchen und Hupen blieb aus. Die A 40 stand am vergangenen Sonntag einen ganzen Tag lang still.

Drei Millionen Besucher und Bewohner der Ruhrmetropole waren beim Projekt „Still-Leben Ruhrschnellweg“ auf der A 40 unterwegs und trugen ihren Teil zur kulturellen Verständigung bei. Es wurde gesungen und getanzt, gemalt und gebastelt, gegessen oder einfach nur gequatscht. Auch viele Gemeinden, Verbände und Einrichtungen aus dem Bistum Essen ließen es sich nicht nehmen, aktiv am Kulturfest teilzunehmen. Mitten drin: die Tische „Kultur im Bistum Essen“ und „Die Wolfsburg“. Hier standen kultureller Austausch, Toleranz und Gastfreundschaft im Mittelpunkt.

Ruhrbischof Dr. Franz-Josef Overbeck und Dr. Alfred Buß, Präses der Evangelischen Landeskirche von Westfalen, predigten den Frieden zwischen den Religionen. „Toleranz und Frieden bedeuten auch das Gewähren von Religionsfreiheit“, erklärte Buß. Das gelte für Minarette wie für Kirchen und sei die Grundvoraussetzung für das friedliche Miteinander der Religionen. Dem konnte Bischof Overbeck nur beipflichten, der die Tische auf der A 40 als „riesige Tafel der Gastfreundschaft“ beschrieb und Abraham als Anknüpfungspunkt von Islam, Judentum und Christentum herausstellte.

Daher sei auch die Begegnung mit dem „Engel der Kulturen“ eine ganz besondere für ihn gewesen. Der Engel, eine kreisrunde Stahlkonstruktion, die die Symbole der drei Weltreligionen – Halbmond, Stern, und Kreuz – enthält, wurde von Bischof Overbeck, Präses Buß und dem Essener Oberbürgermeister Reinhard Paß auf seine Reise über die A 40 geschickt.

„Ein wunderbares Erlebnis“, beschrieb der Bischof seine Eindrücke vom Kulturfest auf der 60 Kilometer langen Strecke, die sein Bistum von Bochum bis Duisburg durchzieht. „Leider konnte ich nur zwei oder drei Kilometer gehen und mir die dortigen Tische ansehen.“ Mehr Zeit blieb am Ende nicht, denn eine Sache war auf der A 40 so wie immer: Es kam zu Staus. (bod)

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