Eine Mischung aus Wut und Trauer

Nach dem verheerenden Unglück von Duisburg herrscht am alten Güterbahnhof in Duisburg noch immer keine Ruhe. In der Unterführung, die für 21 Menschen zur Todesfalle wurde, legen Menschen Blumen nieder und entzünden Kerzen.

Menschen gedenken den Opfern der Loveparade in Duisburg

Es ist der dritte Tag nach dem verheerenden Unglück von Duisburg. Noch immer herrscht am alten Güterbahnhof – dem Veranstaltungsgelände der Loveparade – keine Ruhe. In der Unterführung, die für 21 Menschen zur Todesfalle wurde, haben Menschen Blumen niedergelegt und Kerzen entzündet.

Doch nicht nur Trauer findet hier ihren Ausdruck. Auch Wut und Verzweiflung sind förmlich greifbar. "Wer trägt die Verantwortung?" lautet die Aufschrift eines Plakates, das zwischen den Kerzen und Blumen steht. Ein paar Meter weiter hängt ein T-Shirt an genau dem Zaun, den die panischen Menschen während der Loveparade zu erklettern versuchten. Nur eine wenige Worte sind zu lesen: "Wie konnte das passieren?".

Wer die Verantwortung für das Unglück trägt, können auch Petra Wosnitzka und der evangelische Pfarrer Heiner Augustin nicht sagen. Aber sie versuchen den Trauernden zur Seite zu stehen. "Wir haben eine Mahnwache organisiert und ein Kondolenzbuch vor Ort eingerichtet", so Wosnitzka. Die Duisburgerin wohnt in der Nähe des Unglücksortes und wollte etwas für die Menschen tun. Auch wenn sie keine ausgebildete Notfallseelsorgerin ist, scheinen die Leute ihr Angebot dankbar anzunehmen. "Die Menschen brechen hier weinend zusammen und bekommen die Worte kaum auf das Papier", erklärt sie. "Wir nehmen sie dann in den Arm oder halten ihre Hand."

Angehörige und Freunde seien dabei genauso unter den Trauernden wie Anwohner oder Menschen, die am vergangenen Samstag selbst inmitten der Menschenmassen standen. "Einige kamen zurück, um ihrem Schutzengel zu danken und blieben bis spät in die Nacht. Sie wollten einfach nicht nach Hause", sagt Petra Wosnitzka. "Primär ist es ein Ort der Trauer, so Pfarrer Augustin. Doch man wisse nicht, ob die Wut noch lange nur im Hintergrund steht.

Die Menschen vor Ort hoffen, dass sich die Verantwortlichen möglichst bald zu ihrer Schuld bekennen, um so den Hinterbliebenen eine Trauer ohne Schuldgefühle und die Frage nach dem "Warum" zu ermöglichen. (bod)

   

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