Eine Ahnung von Gott, der für die Menschen tätig wird

Bischof Overbeck weihte drei verheiratete Männer aus Bochum, Hattingen und Bottrop zu Ständigen Diakonen. Sie üben ihr Amt zusätzlich zu Beruf und Familie aus.

Ständige Diakonen üben ihr Amt zusätzlich zu Beruf und Familie aus

In einem feierlichen Gottesdienst im Essener Dom hat Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck am Samstag drei Männer aus Bochum, Hattingen und Bottrop zu Ständigen Diakonen geweiht. Der Dienst der Diakone sei „ein Dienst der Tat“, sagte der Ruhrbischof in seiner Predigt. „Das konkrete Tun erreicht das Herz, wandelt es um und macht aus jedem, der einen solchen Dienst tut, zuerst selber einen bekehrten Menschen“, so Overbeck. Er bezog sich auf die Nachrichten der vergangenen Monate, auf Bilder von Krieg und Flüchtlingen – und auf viele Gespräche „mit Menschen unterschiedlichster Religion, Konfession, Weltanschauung und sozialer Herkunft, die von großer Unsicherheit und Ängsten getrieben werden, was denn mit und aus unserem Land angesichts dieser großen Herausforderungen werde“. Diese Bilder und Gespräche seien für ihn „Hinweis auf den absoluten Willen Jesu, dass wir uns der Nächsten unbedingt annehmen“, betonte der Bischof. Diakone ständen ihrem Dienst nicht für sich selbst, „sondern für Jesus Christus, der unbedingt bei den Menschen sein will. So sollen die Menschen eine Ahnung von dem erhalten, wer Christus für sie ist: nämlich der Gott, der für sie tätig wird“, sagte Overbeck.

Anschließend weihte der Bischof Ulrich Franzke (50) aus Bochum, Darius Kurzok (45) aus Hattingen und Carsten Ossig (47) aus Bottrop zu Diakonen. Anders als Priesteramtskandidaten, für die die Diakonenweihe eine Zwischenstufe auf dem Weg zum Priesteramt ist, üben Franzke, Kurzok und Ossig als Ständige Diakone mit Zivilberuf ihr neues Kirchenamt neben ihren Berufen und ihren Familien aus. Im Weihe-Gottesdienst wurde verkündet, wo sie künftig als Diakone eingesetzt werden – dabei gilt stets der Grundsatz, dass ein Diakon dieses Amt nicht in seiner Heimatgemeinde ausübt.

Darius Kurzok, der in der Pfarrei St. Peter und Paul in Hattingen lebt, hatte bereits als junger Mann in Krakau ein Theologiestudium abgeschlossen. Als Spätaussiedler war er 1999 nach Deutschland gekommen und arbeitet heute – nachdem er zunächst acht Jahre auf die Anerkennung seiner polnischen Studienabschlüsse hatte warten müssen – als Religionslehrer am Berufskolleg. Als Diakon wird er das Pastoralteam der Wittener Pfarrei St. Peter und Paul verstärken.

Auch Carsten Ossig (47) steht bereits an anderer Stelle im kirchlichen Dienst. Der Betriebswirt ist beim KiTa Zweckverband im Bistum Essen für inhaltliches Controlling in Kindertagesstätten zuständig: Eine Tätigkeit, die aus seiner Sicht etliche Schnittstellen mit der Seelsorge aufweist, „nämlich in vernetzten Bezügen zu denken und Freiräume zu schaffen, damit die Menschen unter guten Bedingungen ihre Arbeit tun können“. Der Liebe wegen war Ossig einst von Oberhausen nach Bottrop gezogen und ist dort heute in der Gemeinde Herz Jesu ansässig, die zur Propstei St. Cyriakus gehört. Demnächst wird er als Diakon in der Bottroper Innenstadtgemeinde St. Cyriakus eingesetzt.

Ulrich Franzke (50) war nach dem Studium der Informatik, Mathematik und Philosophie zunächst beruflich durch Israel, Polen und Litauen gezogen, bevor er sich als Software-Entwickler am Fraunhofer Institut in Dortmund niederließ. Mit seiner Familie lebt der passionierte Flieger in der Gemeinde Seliger Nikolaus Groß, Teil der Propstei St. Peter und Paul in Bochum. Seine Wirkungsstätte als Diakon wird die Propstei St. Gertrud von Brabant in Wattenscheid. (tr/cs)

Predigt Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck im Wortlaut (PDF)

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