Ein Zeuge von Gottes gutem Geist

Mit einem feierlichen Gottesdienst im Essener Dom hat das Bistum Essen am Pfingstsonntag, 27. Mai, den 85. Geburtstag von Altbischof Dr. Hubert Luthe gefeiert.



Ruhrbistum feiert 85. Geburtstag von Altbischof Hubert Luthe


Mit einem feierlichen Gottesdienst im Essener Dom und einem anschließenden Empfang hat das Bistum Essen am Pfingstsonntag, 27. Mai, den 85. Geburtstag des Essener Altbischofs Dr. Hubert Luthe gefeiert.

Ruhrbischof Dr. Franz-Josef Overbeck würdigte seinen Amtsvorgänger als einen „Zeugen von Gottes gutem Geist, der aus den Quellen von Glaube und Kultur lebt“.  Bischof Hubert sei ein wacher, aufmerksamer, hoch gebildeter, humorvoller und zugleich knorriger Priester und Bischof, „der im Herzen Kölner ist und doch gerne und ganz hier mit uns im Ruhrgebiet lebt“. Overbeck: „Ein Katholik aus Tradition und hoher Wachsamkeit für den wahren Geist unserer Zeit, ein Gottesmann, der das Beten und Miteinander der Menschen schätzt, der weiß, was Geduld und Ungeduld ist, der Freundlichkeit mit energischer Beharrlichkeit verbinden kann und der lernt, mit Demut die Beschwernisse des Alters anzunehmen und täglich zu leben.“

In seiner Predigt zeichnete Overbeck den Lebensweg des Altbischofs nach . Geprägt durch die Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkrieges wie die Nachkriegszeit sei er als Sekretär des Kölner Kardinals Josef Frings Zeuge des Zweiten Vatikanischen Konzils geworden. Die Kirche als „Licht der Völker“ und ihre Sorgen und die „Freuden und Hoffnungen, Ängste und Sorgen“ der Menschen hätten Luthe geprägt, so der Ruhrbischof. Dazu gehöre die Erfahrung der weltkirchlichen Weite des Katholischen, die sich immer wieder konkret vor Ort in menschlich vertretbarer Form zeigen müsse.

Zu den großen Aufgaben, die der Jubilar im Bistum Essen angestoßen habe, so Overbeck weiter, gehöre die frühe und klare Einsicht, dass all das in der Seelsorge, was man nicht selbst ändere, von anderen verändert werde. „Als Kirche der Gegenwart ist das Ruhrbistum gerade auch mit den leisen Tönen, mit denen Bischof Hubert seinen Dienst tat, glaubwürdig geblieben.“ 

Overbeck erinnerte auch an den traditionellen Kreuzweg auf der Bergehalde Prosper Haniel in Bottrop, „einer der wenigen neuen religiösen Traditionen, die sich wirklich dem Ruhrgebiet eingeprägt haben“ und die von Bischof Luthe maßgeblich gefördert wurden. Daneben bleibe auch die Seligsprechung von Nikolaus Groß mit Luthes Namen verbunden. Es ging ihm dabei, so Ovebeck, nicht um eine wie immer geartete Form der Heldenverehrung, sondern Bischof Hubert ließ sich von der Überzeugung leiten, „dass Gott selbst sich und seine Kraft im Martyrium eines solchen Blutzeugen offenbart und dass Gottes Größe in dem aufstrahlt, was wir an Seligen und Heiligen bewundern“. 

Zahlreiche Gratulanten aus Nah und Fern konnte Altbischof Dr. Hubert Luthe beim anschließenden Empfang im Bischöflichen Generalvikariat begrüßen. Darunter auch der erst vor wenigen Monaten ernannte Kardinal Karl Josef Becker aus Rom, mit dem Luthe 1946 auf dem Dreikönigsgymnasium Köln das Abitur ablegte.(ul)


Predigt von Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck

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