Ein Zeichen der Solidarität im Glauben

Zu Gast bei der Syrisch-Orthodoxen Gemeinde in Essen waren Bischof Overbeck und Weihbischof Zimmermann. Angesichts der Lage der Christen im Nahen Osten wollte der Ruhrbischof damit ein Zeichen der "Solidarität im Glauben" setzen. Er rief dazu auf, vor der Religions- und Christenverfolgung nicht die Augen zu verschließen.



Bischof Overbeck und Weihbischof Zimmermann zu Gast bei der Syrisch-Orthodoxen Gemeinde

Der Besuch war schon lange geplant. Deshalb war die Freude groß, als Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck jetzt in Begleitung von Weihbischof Wilhelm Zimmermann, dem Bischofsvikar für Ökumene und Interreligiösen Dialog, die Syrisch-Orthodoxe Gemeinde in Essen-Steele-Horst besuchte. Das Treffen im Garten von Gemeindemitglied Murat Tüker hatte familiären Charakter. Herzlich begrüßten Männer, Frauen und Kinder den Ruhrbischof, allen voran Pfarrer Samuel Gümüs. „Es ist ein großer Tag für uns, dass Ihr unsere kleine Gemeinde besucht“, versicherte er dem Bischof, dem er auch die Grüße vom Erzbischof der Syrisch-Orthodoxen Kirche in Deutschland, Mor Philoxenus Mattias Nayis, überbrachte, der seinen Sitz in Warburg hat.

„Geistlich sind wir Eure Kinder und eine kleine Gemeinde in Eurem Bistum“ sagte der Pfarrer. In der katholischen Kirche St. Josef in Essen-Steele-Horst treffen sich die syrisch-orthodoxen Christen zur Feier des Gottesdienstes. Die „Zentrale“ ist die Pfarrei in Herne, die über 1.100 Mitglieder zählt und deren Einzugsgebiet sich über das gesamte Ruhrgebiet erstreckt, auch bis Moers, Iserlohn und Teile des Münsterlandes.

Doch schnell rückte ein bedrückendes Thema in den Mittelpunkt des Gesprächs: die Situation im Nahen Osten, insbesondere im Irak und in Syrien. „Der Bürgerkrieg in Syrien zieht sich wie ein dunkler Schleier über unsere Gedanken. Täglich sterben Menschen. Christen werden verfolgt, vertrieben oder getötet. Zwei Erzbischöfe wurden entführt“, so Pfarrer Samuel Gümüs. 1980 habe es in Syrien noch 600.000 syrisch-orthodoxe Christen gegeben, heute seien es gerade mal 3.000. „Wir haben lange Zeit in Unterdrückung gelebt, mussten unsere Wurzeln verlassen und leben in der Diaspora“, betonte der Pfarrer. „Wir bitten um Euer Gebet für den Frieden im Nahen Osten und darum, dass die Menschen dort ihren Glauben leben können.“

Bischof Overbeck wies darauf hin, dass er angesichts der Lage der Christen im Nahen Osten mit seinem Besuch ein „Zeichen der Solidarität im Glauben“ setzen wolle. Zugleich sei er froh und dankbar, dass auch andere Christen wie die syrisch-orthodoxen hier ihren Glauben leben. „Wir sind gemeinsam Christen in diesem Land“, betonte der Ruhrbischof. Wichtig sei es, die Religions- und Christenverfolgung in ihrer ganzen Dimension wahrzunehmen und dagegen die Stimme zu erheben. Auch ein „Zeichen der Nähe“ wollte der Bischof den syrisch-orthodoxen Christen mit seinem Besuch geben. „Wenn wir helfen können, tun wir es gerne“, versicherte Bischof Overbeck. Bevor die Gastgeber ihm und Weihbischof Zimmermann ein reichhaltiges Abendessen bescherten, stimmten alle in das Gebet für den Frieden im Nahen Osten ein, beteten „für die Bekehrung der Herzen derer, die Gewalt anwenden“. (do)

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