Ein gut bestelltes Haus

Hans-Georg Hükelheim, Dezernent für Kirchengemeinden im Bistum Essen, wechselt in den Ruhestand

Hans-Georg Hükelheim, Dezernent für Kirchengemeinden im Bistum Essen, wechselt in den Ruhestand

Beim ersten Bischof von Essen, Kardinal Franz Hengsbach, war er einst zum Vorstellungstermin angetreten. 364 Monate, insgesamt über drei Jahrzehnte hat er die Geschicke des Bistums Essen an wichtiger Stelle mitbestimmt: Nun wechselt Hans-Georg Hükelheim am Freitag, 18. September, in den Ruhestand.

Hengsbach, so erinnert sich Hükelheim, hatte eine Klingel unter der Schreibtischplatte, mit der er die Sekretärin in sein Büro rufen konnte. Seit diesem Vorstellungsgespräch unter den Bedingungen des Jahres 1985 hat sich die technische und organisatorische Ausstattung im Bistum Essen beträchtlich weiterentwickelt. Hükelheim war an beidem maßgeblich beteiligt: Zunächst beim Aufbau der Datenverarbeitung des Bistums, später im Prozess der Pfarreientwicklung als Dezernent für die Kirchengemeinden.

Nach dem Studium zum Maschinenbauingenieur und technischen Informatiker hatte Hükelheim zunächst in der Industrie einen Job mit häufigen Auslandsaufenthalten angetreten. Der vierfache Vater kündigte ihn 1985 der Familie zuliebe und baute künftig für das Bistum Essen eine eigene Datenverarbeitung auf. Als im Januar 2006 der Umstrukturierungsprozess im Bistum Essen in die Umsetzungsphase ging, wechselte Hükelheim, inzwischen Dezernent für IT und Verwaltung, das Arbeitsfeld und baute das Dezernat Kirchengemeinden auf. Hükelheims Aufgabe bestand darin, die Wirtschaftsdaten der Gemeinden wie, Personal- und Betriebskosten gegenzurechnen, damit die Steuerungsgruppe der Bistumsverwaltung eine belastbare Entscheidungsgrundlage hatte. „Das hat uns alle nicht kalt gelassen“, sagt Hükelheim im Rückblick und meint damit auch den Druck, beim notwendigen Personalabbau gute Lösungen finden zu müssen.

Die Neuordnung der Pfarreien seit 2006 hat Hükelheim wesentlich mitgestaltet. Große Zukunftsaufgaben lässt er aber zurück. „Unbefriedigend“ nennt er das, wohl wissend, dass die Kirche am derzeitigen Wendepunkt mehr Zeit für ihre Neuorientierung braucht, als sie Hükelheim im aktiven Dienst zur Verfügung steht. Generalvikar Klaus Pfeffer hat Hükelheim genau deshalb schätzen gelernt, weil die Arbeit in der Kirche für ihn stets mehr als ein Job gewesen sei: „Gut, dass Hans-Georg Hükelheim während der Veränderungsprozesse der letzten Jahre die Gespräche mit den Kirchengemeinden geführt hat. Denn er ist immer menschlich sehr einfühlsam mit Problemen und Unsicherheiten umgegangen.“

Seinem Interesse an der Zukunft der Kirche bleibt Hükelheim auch im Ruhestand treu. „Was müssen wir tun, damit Menschen sich angesprochen fühlen und für die Kirche begeistern?“, diese Frage wird ihn künftig in seiner Pfarrei am Wohnort Wuppertal umtreiben, und zwar nicht im „Finanzorgan“ Kirchenvorstand, sondern lieber als Vermittler zwischen wirtschaftlichen und inhaltlichen Positionen im Pfarrgemeinderat. „Denn wir halten uns immer noch zu sehr an Gebäuden und Strukturen auf, statt uns auf neue Ziele zu verständigen.“

Unbeschäftigt wird Hans-Georg Hükelheim im Ruhestand ohnehin nicht bleiben. In den vergangenen Jahren sei die Freizeit oft zu kurz gekommen, sagt er. Jetzt freut er sich darauf, im Vorstand der „Lebenshilfe“ zur Begleitung behinderter Menschen Gas geben zu können. Und unter der Woche einen Abend im Programmkino zu verbringen, ohne am nächsten Morgen wieder früh durchstarten zu müssen. (cs)

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