Ein Dom voller „Himmlischer Helden“

Mittlerweile eine gute und schöne Tradition im Ruhrbistum: Über 800 Messdienerinnen und Messdiener aus dem Bistum Essen kamen am Gründonnerstag nach Essen, um mit Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck im Dom die “Missa Chrismatis”, die so genannte Chrisam-Messe, zu feiern.

Ruhrbischof feiert Chrisam-Messe mit Messdienern aus dem ganzen Bistum

Der Strom reisst nicht ab. Von hinten nach vorne füllt sich Reihe um Reihe des Mittelschiffs im Essener Dom mit Messdienern in ihren weißen Gewändern. Längst ist kein Platz mehr in den Bänken, doch immer noch ziehen weitere Messdienergruppen in die Kirche ein, stellen sich rechts und links vor dem Altarraum auf. Nach gut fünf Minuten zieht Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck am Ende der langen Prozession in die Kirche ein. Er wird die heutige Messe zusammen mit zwölf Priestern aus verschiedenen Gemeinden des Ruhrbistums zelebrieren. 

Der heutige Gottesdienst ist kein „normaler“: Wie in jedem Jahr findet auch an diesem Gründonnerstag die Chrisam-Messe statt, eine Messe, bei der der Bischof die heiligen Öle für das kommende Jahr segnet. Zu diesem Gottesdienst kommen traditionell Messdiener aus dem ganzen Ruhrbistum in den Essener Dom, um gemeinsam diesen besonderen Tag zu erleben. Es ist nicht übertrieben zu behaupten, dass der Dom heute so voll ist wie sonst im ganzen Jahr nicht.

Über 800 Messdiener

Die Aussicht, die sich von der Orgelempore bietet, ist beeindruckend. Ein regelrechtes Meer von weißen Gewändern erfüllt die Kirche, die bis auf den letzten Platz gefüllt ist. Wer keinen Sitzplatz ergattern konnte, setzt sich auf den Steinboden. „Wir haben keine genauen Zahlen, aber ich würde schätzen, dass heute zwischen 800 und 900 Messdiener hier sind“, erzählt Kaplan Benedikt Ogrodowzcyk, der für das Referat Ministrantenpastoral des Bischöflichen Jugendamts arbeitet und den heutigen Tag mit seinem Team organisiert hat. Er und seine Mitarbeiter tragen zur besseren Erkennbarkeit blaue Pullover, sie helfen dabei, die Masse an Messdienern zu ordnen und an ihre Plätze zu lotsen. Um einen guten Platz im Mittelschiff zu ergattern, kamen einige Ministranten schon um kurz nach sieben zum Dom und warteten bei frostigen Temperaturen auf den Beginn der Chrisam-Messe um 9 Uhr.

In seiner Predigt geht Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck der Frage nach, warum es sich lohnt, Christ zu sein. „Es lohnt sich, Christ zu sein, weil Gott uns in Jesus selbst auf den wesentlichen Stationen unseres Lebens begleitet und gegenwärtig ist“. Zeichen dieser Nähe sind die Öle, die im heutigen Gottesdienst geweiht werden: Das Katechumenenöl, mit dem Täuflinge vor der Taufe gesalbt werden, das Krankenöl zur Krankensalbung, und das duftende Chrisam, das unter anderem bei der Taufe, der Firmung und der Priesterweihe verwendet wird.

Drei heilige Öle

Nach der Eucharistie und Kommunion bittet Bischof Overbeck die Messdiener, näher zum Altar zu kommen, um den Weihevorgang besser verfolgen zu können. In gespannter Stille verfolgen hunderte Ministranten, wie der Bischof die Öle, die in sechs Metallfässchen aufbewahrt werden, weiht. Vor der Weihe des Chrisams fügt er dem Öl, das ein hochwertiges Olivenöl ist, Balsam hinzu, der dem Chrisam seinen besonderen Duft verleiht. „Viele Leute fragen mich, was ich denn da für eine komische Bewegung machen würde, wenn ich das Chrisam weihe“, erzählt Bischof Overbeck. „Die Antwort: Ich hauche das Öl an, das ist Teil des Rituals.“ Die geweihten Öle werden nach der Messe aufgeteilt und in die Gemeinden des Bistums gebracht, wo sie im kommenden Jahr zur Spendung der Sakramente benutzt werden.

Der Auszug des Bischofs und der Messdiener am Ende der Messe wird von lautem Glockengeläut begleitet. Auf den Stufen des Burgplatzes finden sich noch einmal alle Ministranten ein, um für ein gemeinsames Foto zu posieren. Danach gibt es belegte Brötchen und Limonade für alle. Wer möchte, kann per Videobotschaft Ostergrüße ins ganze Bistum schicken oder ein Erinnerungsfoto mit dem Bischof machen.

Markus, einem Messdiener aus St. Mariä Himmelfahrt in Gelsenkirchen, hat die Messe gefallen. Er ist nicht zum ersten Mal dabei: „Ich weiß gar nicht genau, wie oft ich schon bei der Chrisam-Messe war, ich glaube sechs Mal.“ Wioletta und Nils, ebenfalls aus Gemeinden in Gelsenkirchen, waren zwar noch nicht so oft dabei, hatten dafür aber heute die besten Plätze: Sie und einige andere Messdiener aus Gelsenkirchen und Essen durften heute stellvertretend für alle Messdiener ministrieren und konnten alles aus nächster Nähe verfolgen. „Normalerweise wird uns immer gesagt, es würde sowieso niemand merken, wenn wir mal etwas falsch machen. Heute, mit dem ganzen Fachpublikum in der Kirche, waren wir da natürlich schon etwas nervöser.“ (jsb)

Predigt Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck im Wortlaut (PDFPredigt Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck im Wortlaut (PDF

Video von der Chrisam-Messe

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