von Thomas Rünker

Dombaumeister öffnete Pforten für Leser von WAZ und NRZ

Spezielle Führung im Dom im Rahmen der Sommeraktion der Funke-Mediengruppe

Besuch bei Baumeister Martinus

Rund 20 Leserinnen und Leser von WAZ und NRZ waren am Montagabend Gast einer besonderen Führung durch den Essener Dom. Im Rahmen der Sommeraktion der Funke-Mediengruppe „WAZ öffnet Pforten“ gab es für die Teilnehmer bei einem Rundgang mit Dombaumeister Ralf Meyers einen exklusiven Blick in Ecken des Teils mehr als 1000 Jahre alten Gotteshauses, die nicht jedem Besucher zugänglich sind. „Uns geht es aber heute weniger darum, ihnen Türen zu öffnen, als ihre Augen“, betonte Meyers gleich zu Beginn. So machte er zum Beispiel anhand verschiedener Säulen-Kapitelle im Kirchenschiff den Unterschied zwischen zwei gotischen Stilrichtungen deutlich. Sie zeigen, wo Ende des 13. Jahrhunderts Baumeister Martinus nach einem Brand des Vorgängerbaus mit der gotischen Hallenkirche begonnen – und wo nach einem Streit mit den Äbtissinnen ein Nachfolger sein Werk im Jahr 1316 vollendet hat. Auch unter Martinus‘ Selbstbildnis in einem Gewölbeschlussstein im Chorraum des Doms machte die Besuchergruppe halt.

Blick von der geschwungenen Orgelbühne

Ungewohnt für die Besucher war auch der Blick von der Orgelbühne. Dort, wo sonst die Musiker ihren Platz haben, erläuterte Meyers die schwierigen Überlegungen bei der Installation der neuen Rieger-Orgel im Jahr 2004 sowohl der größeren Orgel als auch den Musikern und der Akustik im Dom gerecht zu werden. Die Lösung war eine neue Orgel-Bühne mit einer geschwungenen Kante, deren Bogen den gotischen Spitzbögen im Kirchenschiff ähnelt und deshalb auch optisch nicht störend wirkt.

Verschlossene Pforten öffnete Meyers zum Abschluss beim Aufstieg ins Westwerk und den Oktogonturm – und beim Abstieg in die Adveniat-Krypta. Hier schilderte Meyers den Besucher die spannenden Baugeschichte der unterirdischen Kapelle, die erst in den 1980er Jahren als Grablege für die Ruhrbischöfe zwischen Dom und Anbetungskapelle ausgehoben worden war.

Spezialführungen der Domschatzkammer

Nach zwei Stunden mit vielen Türen und noch mehr Informationen und Geschichten bedankten sich die Besucher mit einem kräftigen Applaus und nahmen dankbar die Handzettel von Münsterbauverein und Domschatz mit nach Hause, um das ein oder andere Spezialthema demnächst bei einer eigenen Führung des Schatzkammer-Teams zu vertiefen.

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