von Thomas Rünker

Dom lädt zum Marienlob mit uralten Essener Gesängen

Hochfest „Maria, Mutter vom guten Rat“ mit einem außergewöhnlichen geistlichen Konzert, einer Messe mit Bischof Overbeck und einer Sonderführung zur Goldenen Madonna.

Mit zwei Gottesdiensten, einem außergewöhnlichen musikalischen Marienlob und einer besonderen Führung zur Goldenen Madonna feiert der Essener Dom in diesem Jahr seine Patronin am Hochfest „Maria, Mutter vom Guten Rat“. Bereits am Sonntag vor dem Fest, 9. Oktober, feiert Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck um 10 Uhr im Dom eine Messe zu Ehren der Gottesmutter. Am Festtag selbst, Dienstag, 11. Oktober, gibt es zunächst um 17.30 Uhr ein Festhochamt, bevor der Dom am Abend um 20 Uhr zu einem besonderen musikalischen Marienlob einlädt: „Een schoen gebet von onser lever Vrouwen“ ist die Überschrift über ein Programm, das alte Essener Gesänge, begleitende Texte und frühniederdeutsche Mariengebete mit Orgelimprovisationen zu einem ungewöhnlichen Marienlob vereint.

Als erfahrene Interpretin mittelalterlicher Musik wird die Kölner Sängerin und Folkwang-Absolventin Maria Jonas Gesänge vortragen, die in teils aus dem Mittelalter stammenden Handschriften des Essener Damenstifts notiert sind: das „Ave praeclara maris Stella” aus dem Verbrüderungsbuch des Dekanates Wattenscheid (Hs.18) um 1360, das „Adorna Thalamum” und das „Videte Miraculum” aus dem Essener Liber Ordinarius, 14. Jh., und das „Beata es Virgo Maria” aus einem Essener Prozessionale von 1801. Mit Einführungen und Übersetzungen hilft die Historikerin Dr. Ina Germes-Dohmen beim Verständnis der alten Texte.

Von Germes-Dohmen, die neun Jahre lang in der Essener Domschatzkammer tätig war, stammt die Idee zu diesem Abend, den sie gemeinsam mit Domorganist Sebastian Küchler-Blessing konzipiert hat. Küchler-Blessing verwebt die Gesänge mit Orgelimprovisationen und lässt sie damit gleichsam neu entstehen, wie auch Maria Jonas ihre Aufführungen immer als eine Art der Improvisation begreift.

Namengebend für den Abend sind frühniederdeutsche bzw. frühniederländische Gebete aus einem Mariengebetbuch, von denen Germes-Dohmen einige Auszüge in der Originalsprache vortragen und anschließend übersetzen wird. Die Gebete des Mariengebetbuchs beginnen fast alle mit dem Satz „Een schoen gebet van onser lever vrouwen”, was „ein schönes Gebet an unsere liebe Frau” bedeutet. Sie waren der privaten Andacht bestimmt und sind wahrscheinlich noch nie öffentlich vorgetragen worden. Der Eintritt zu diesem ungewöhnlichen Abend ist frei.

Wer zum Fest „Maria, Mutter vom guten Rat“ mehr über die Geschichte der in Essen unter dieser Überschrift verehrten Goldenen Madonna und weitere Marienfiguren im Essener Domschatz erfahren möchte, kann sich bereits am Samstag, 8. Oktober, einer Sonderführung der Schatzkammer anschließen. Treffpunkt ist um 15 Uhr im Foyer der Schatzkammer, die Teilnahme kostet 3 Euro.

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