Diözesanrat unterstützt Flüchtlingshilfe der Gemeinden

Die Vollversammlung des obersten Laiengremiums im Bistum Essen hat ein Papier mit konkreten Hilfestellungen für Kirchengemeinden und andere katholische Organisationen verabschiedet, die sich für Flüchtlinge engagieren möchten.

Vollversammlung fordert Standards für ehrenamtliches Engagement

Hilfen angesichts des weiter wachsenden Flüchtlingsstroms und Konsequenzen aus der Zukunftswerkstatt des Diözesanrats der Männer und Frauen im Bistum Essen standen am Donnerstag im Mittelpunkt der Vollversammlung des obersten Laiengremiums im Ruhrbistum.

Als Gast schilderte der Essener Sozialdezernent Peter Renzel den Delegierten aus katholischen Kirchengemeinden und Verbänden die besonderen Herausforderungen, mit denen gerade die Städte an Rhein und Ruhr angesichts der zahlreichen Zuwanderer aus den Krisenregionen des Nahen Ostens und den Armutsregionen Südosteuropas derzeit konfrontiert seien. Renzel dankte den Delegierten für das Engagement in vielen katholischen Gemeinden und Einrichtungen, die sich schon jetzt für Flüchtlinge engagieren: „Das ist eine wertvolle Hilfe“, sagte er aus Sicht der Stadt, „ohne das ehrenamtliche Engagement in den Gemeinden wird die Flüchtlingshilfe nicht gelingen“. Gleichzeitig ermunterte er die Christen zu weiteren Aktivitäten. Verbände und Gemeinden sollten „Kümmerer“ werden, die Beziehungen zu den Menschen aufbauen, die neu in die Städte im Ruhrbistum kämen. Die gute Unterbringungen, Versorgung und Betreuung der Flüchtlinge seien „zentrale Stellhebel für den sozialen Frieden“, so Renzel. Ausdrücklich ermunterte er die katholischen Gemeinden – ähnlich wie bereits viele evangelische – intensiv nach freiem Wohnraum zu suchen, den sie den Städten zu Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung stellen können.

Die Diözesanrats-Delegierten verabschiedeten eine Erklärung, in der sie unter anderem betonen: „Wer bei uns Schutz sucht, der soll ihn auch erhalten“. Zudem beschlossen sie eine Liste mit konkreten Vorschlägen als Anregungen für ein kirchliches Engagement im Bereich der Flüchtlingshilfe.

Ergebnisse der Zukunftswerkstatt

Als Ergebnis der Zukunftswerkstatt des Diözesanrats, bei der im September Ehrenamtliche aus vielen kirchlichen Bereichen unter anderem über die Zukunft der kirchlichen Gremienarbeit diskutiert haben, setzte die Vollversammlung zwei Arbeitsgruppen ein. Eine Gruppe soll das Räte-System im Bistum Essen überprüfen. Eine andere wird am Projekt einer „Freiwilligenbörse“ arbeiten. In einem weiteren Antrag zum Thema Ehrenamt forderte die Vollversammlung zudem feste Standards für das ehrenamtliche Engagement in allen Bereichen des Bistums Essen, wie sie in vielen kirchlichen Bereichen bereits gelten – zum Beispiel eine Begleitung und Vernetzung der ehrenamtlich Engagierten, eine öffentliche Beauftragung bei der Übernahme von Ehrenämtern sowie die Erstattung von finanziellen Aufwendungen. Ausdrücklich betonten der Diözesanrats-Vorstand, dass es sich dabei nicht um neu erarbeitete Standards handele, sondern um Forderungen, die spätestens im Dialogprozess im Bistum Essen erhoben wurden und auch in der Bistums-Verwaltung bereits bearbeitet würden. Der Beschluss der Vollversammlung solle dem Thema nun einen besonderen Schub verleihen, hieß es.

Nach den Gemeinderatswahlen im vergangenen Herbst konnten die Diözesanrats-Vorsitzenden Dorothé Möllenberg und Luidger Wolterhoff zahlreiche neue Delegierte aus allen Teilen des Ruhrbistums begrüßen. Die nächste Vollversammlung wird sich am 15. April treffen. Dann steht auch die Neuwahl des Diözesanrats-Vorstand auf der Agenda. (tr)

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