Dienst für die Unterdrückten und Ausgeschlossenen

Im letzten Jahr waren es 5.298 junge Männer - junge Männer die sich in Lateinamerika auf den Beruf des Priester vorbereiten und diesen Weg nur mit Hilfe der Adveniat-Patenschaftsaktion gehen können. Seit 50 Jahren unterstützt diese nun die Priesterausbildung in den lateinamerikanischen Ländern.

Patenschaftsaktion unterstützt seit 50 Jahren Priesterausbildung in Lateinamerika

Priester seien dazu berufen, am Rand der Gesellschaft zu wirken, bei den Unterdrückten, Ausgeschlossen und Benachteiligten. An die Aufforderung von Papst Franziskus an die Priester erinnerte Adveniat-Geschäftsführer Prälat Bernd Klaschka zum Auftakt der Patenschaftskonferenz in Essen. Die Patenschaftsaktion zur Förderung der Priesterausbildung in Lateinamerika, getragen von Adveniat und den deutschen Diözesen, feiert in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen.

Im vergangenen Jahr konnten als Erlös der Adveniat-Patenschaftsaktion 4,08 Millionen Euro nach Lateinamerika überwiesen werden, sodass sich derzeit 5.298 junge Männer in 248 Seminaren auf den Beruf des Priesters vorbereiten können. Nahezu jeder fünfte lateinamerikanische Seminarist wird von der Aktion unterstützt. Im Jubiläumsjahr spendeten 2.676 Patinnen und Paten regelmäßig an die Aktion, dazu kamen Einzelspenden, Kollekten und Sonderspenden aus verschiedenen Bistümern. Insgesamt seien in den vergangenen 50 Jahren rund 190 Millionen Euro aus der Patenschaftsaktion nach Lateinamerika überwiesen worden, berichtete Bernd Klaschka.

An der Grundidee, nämlich der „Heranbildung einheimischer Priester in Lateinamerika“, habe sich seit der Gründung der Aktion 1963 nichts verändert, betonte Klaschka. „Einheimische Priester“ bedeuteten für die Kirche aber seit den 1980er Jahren verstärkt auch: Priester aus den indigenen Völkern. „Priester zu werden, ohne die kulturelle und religiöse Identität aufzugeben, stellt für die Kirche in Lateinamerika wie für die aus indigenen Völkern stammenden Seminaristen eine Herausforderung dar“, sagte Klaschka. Priester aus den indigenen Völkern hätten jedoch eher den „Geruch der Schafe“, zitierte der Adveniat-Geschäftsführer Papst Franziskus, der von den Priestern gefordert hatte, inmitten ihrer Herde zu leben.

Es sei schwierig geworden, für das gute Anliegen der Patenschaften Unterstützer zu finden, sagte Silvia Jost, Patenschaftsreferentin des Bistums Essen. Die Patinnen und Paten aus dem Bistum Essen unterstützen mit ihren Spenden seit 1963 die Ausbildung einheimischer Priester in Chile und Mexiko. Im Bistum Essen wurden in den vergangenen 50 Jahren mehr als zehn Millionen Euro für die Priesterausbildung in Lateinamerika gespendet.

„Die meisten Priesterseminaristen in Bolivien stammen aus armen, kinderreichen Familien“, berichtete P. Freddy Del Villar Zuñiga, Generalvikar des Bistums Coroico in Bolivien. Ohne fremde Hilfe sei diese Ausbildung nicht zu finanzieren. Die Adveniat-Patenschaftsaktion sei dabei die wichtigste Unterstützung aus dem Ausland. Der Generalvikar, in den 1990er Jahren selbst als Seminarist durch die Patenschaftsaktion gefördert,  betonte, die Zahl einheimischer Priester insbesondere aus den indigenen Völkern wachse. Der erste indigene Priester des Bistums Coroico, Juan Vargas Aruquipa, sei seit 1997 Bischof von Coroico.

Heute und morgen tagt in Essen die Adveniat-Patenschaftskonferenz. Rund 30 Patenschaftsbeauftragte und Weltkirchereferenten der deutschen Bistümer beraten dabei über die Zukunft der Aktion und informieren sich über Ziele und Inhalte der Adveniat-Jahresaktion im Advent 2013. Diese wird am 1. Adventsonntag, 1. Dezember 2013, in Osnabrück eröffnet und behandelt das Thema „Bildung“. (adv)

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