Dienst für die Kirche und für alle Menschen

"Jetzt war Münster dran." Das sagte Bischof Dr. Felix Genn, als er in der westfälischen Domstadt die Ernennung von Dr. Franz-Josef Overbeck zum neuen Bischof von Essen bekannt gab.

Erste Ansprache des neuen Ruhrbischofs Franz-Josef Overbeck

Nicht nur in Essen läuteten heute Mittag die Glocken, sondern auch in Münster. Dort gab Bischof Dr. Felix Genn die Ernennung von Dr. Franz-Josef Overbeck zum neuen Bischof von Essen bekannt. Seinem Nachfolger auf dem Bischofsstuhl in Essen gratulierte Genn herzlich. In Overbeck verliere das Bistum Münster einen „kompetenten und hochqualifizierten Mitarbeiter“. Aber das Bistum Münster sei es gewohnt, „weltkirchlich zu denken und abzugeben“. Bischof Genn erinnerte daran, dass das Bistum Essen aus Teilen der drei Diözesen Münster, Paderborn und Köln entstanden sei. Der erste Ruhrbischof kam aus Paderborn, der zweite aus Köln. „Jetzt war Münster dran“, folgerte Genn. Er sei sich sicher, dass Overbeck die neue Aufgabe im Bistum Essen „dank seiner vielen guten Gaben mit Bravour meistern“ werde.  Auch der Vorgänger Genns in Essen, Altbischof Dr. Hubert Luthe, war unter den zahlreichen Gratulanten in Münster. 

Für den neuen Bischof von Essen, Dr. Franz-Josef Overbeck, ist der Titel „Ruhrbischof“ mit einem doppelten Programm verbunden. „Zum einen ist mir der Dienst des Bischofs an der Kirche im Ruhrgebiet und in Teilen des Sauerlandes aufgetragen. Dahinter stehen große Herausforderungen, von denen ich weiß“, sagte Bischof Overbeck anlässlich der Bekanntgabe seiner Ernennung im Bischofshaus in Münster. Zum anderen sei der Ruhrbischof ein Bischof für alle Menschen seines Bistums. Somit habe er eine wichtige politische und für die Gesellschaft bedeutsame Position. „Er ist Stimme der Kirche; er ist bischöfliche Stimme der katholischen Soziallehre in einem für Deutschland und Europa eminent wichtigen Wirtschafts- und Lebensraum, der sich in größten Umwälzungsprozessen befindet und in den letzten Jahrzehnten bereits befunden hat.“

Overbeck kündigte an, an den bischöflichen Dienst seines Vorgängers und jetzigen Bischofs von Münster, Dr. Felix Genn, anzuknüpfen. „Ich danke ihm für die Spuren des Glaubens, die er als Bischof gelegt hat und in denen ich nun weitergehen kann. Dabei bin ich all dessen sehr eingedenk, was er und das Bistum Essen in den vergangenen Jahren wegen der Zukunftsfähigkeit unserer Kirche, der Lebendigkeit des Glaubens und der Nähe zu allen Menschen getan hat.“


Einen missionarischen Weg gehen

Als gebürtiger Marler sei ihm seine neue Diözese nahe, so Overbeck weiter. Seine Heimat grenze an das Bistum Essen und gehöre größtenteils zum Ruhrgebiet. Gleichzeitig sei er Westfale. Vor diesem Hintergrund beschreibe seine Herkunft und seine Biografie die Schnittmenge zwischen seiner neuen Diözese Essen und seinem Heimatbistum Münster. Dies werde auch deutlich in der Figur des heiligen Liudgers, des ersten Bischofs von Münster. Ovebeck „Als Bischof von Essen bin ich nun Hüter seiner Grablege in der Basilika des Heiligen Ludgerus in Essen-Werden.“ Ludgerus sei ein Mann mit missionarischer Kraft, ein Mann, der Glaube und Kirche als Lebensform in kulturellen Umbruchzeiten geprägt und mit Leben erfüllt hat. „In der postmodernen Säkularität, besser noch Profanität unserer Welt, kommt mir als Ruhrbischof unter den heutigen finanziellen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, religiösen, christlichen und kirchlichen Bedingungen eine entsprechende Aufgabe zu, nämlich in unserer Zeit zusammen mit allen im Bistum Essen einen solchen missionarischen Weg zu gehen, der zeigt, wie die Menschen, der Glaube und die Kirche zusammengehören. Hierin Identität zu stiften, wie es der heilige Liudger auf seine Art tat, will ich mich
als Bischof von Essen, als Ruhrbischof mühen. Ich freue mich darauf und tue dies sehr gerne.“

Von seiner Wahl durch das Hohe Domkapitel der Essener Kathedralkirche habe er in Rom erfahren, wo er vor 20 Jahren durch den damaligen Kardinal Joseph Ratzinger die Priesterweihe empfangen habe. Mit seiner Ernennung zum Bischof von Essen verbinde er nun eine weitere wichtige Etappe mit Papst Benedikt XVI. „Das Vertrauen, das dadurch zum Ausdruck kommt, werde ich nutzen und meine Kraft für das Wohl der Kirche und aller Menschen einsetzen“, kündigte der neue Ruhrbischof an. Zugleich verbinde er damit seinen Dank an das Essener Domkapitel, das ihn zum neuen Bischof von Essen gewählt habe, und freue sich auf ein gedeihliches Miteinander.

Bischof Overbeck verwies darauf, dass der Tage seiner Ernennung auf das kirchliche Fest der Apostel Simon und Judas falle. Aus dem Lebenszeugnis und Dienst dieser Jünger, die zu Aposteln wurden, atme ein frischer und lebendiger Geist. „Es ist der Geist des unverstellten Anfangs, der Faszination und der Frische des Glaubens und der jungen Kirche. Ich bin altersmäßig immer noch der jüngste Bischof der Deutschen Bischofskonferenz und bitte Gott für die Kirche von Essen und uns alle um eine solche Frische, die wir niemals uns verdanken, sondern dem Heiligen Geist.“(ul/do)    

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