von Thomas Rünker

„Die Zukunft der chaldäischen Christen liegt im Irak“

Patriarch Sako, Oberhaupt der chaldäisch-katholischen Kirche, warb bei einem Besuch in Essen für Frieden im Nahen Osten. Zugleich dankte er den Christen im Ruhrgebiet für die Unterstützung der Flüchtlinge aus der Region.

Sako hofft auf "Chancen auf Dialog" mit dem Islam

Hoher Besuch im Bistum Essen – das Oberhaupt der chaldäisch-katholischen Kirche, Patriarch Dr. Louis Raphaël Sako aus Bagdad, ist in diesen Tagen im Ruhrgebiet zu Gast. Bei einem Treffen mit dem Essener Weihbischof Wilhelm Zimmermann betonte der oberste Vertreter der vor allem im heutigen Irak beheimateten Kirche trotz der Spannung angesichts der Terrormiliz IS: „Unsere Zukunft liegt im Irak“. Der Patriarch von Babylon, so Sakos offizieller Titel, verwies auf die lange und reichhaltige Geschichte der Christen im Irak und gab sich zuversichtlich, dass nach einem Ende der Aggression zwischen Muslimen und Christen auch wieder „Chancen auf Dialog“ bestünden. Sako äußerte großes Mitgefühl für die chaldäischen Christen, die in den vergangenen Jahren aus dem Irak insbesondere nach Deutschland geflohen sind. Viele Chaldäer haben in Essen und im Ruhrgebiet eine neue Heimat gefunden. Seit 2009 beten sie regelmäßig in Essen-Katernberg in der St. Albertus-Magnus-Kirche. Am Mittwochabend feiert auch Patriarch Sako mit der Gemeinde, zu der derzeit rund 400 Familien zählen, einen Gottesdienst.

Sako zeigte sich beeindruckt von der Kampagne „Bekennen.Beten.Spenden“, mit der sich das Bistum Essen seit 2014 für Solidarität mit den verfolgten Christen im Nahen Osten einsetzt. „Viele Flüchtlinge sind im Ausland einsam und arbeitslos, diese Menschen brauchen Nähe und Gastfreundschaft“, sagte der Patriarch. Dabei reiche die materielle Hilfe allein nicht aus, so Sako, nötig sei zudem eine spirituelle und soziale Unterstützung. Weihbischof Zimmermann und Dr. Michael Dörnemann, der bischöfliche Beauftragte für die muttersprachliche Seelsorge, sicherten Sako eine weiterhin enge Zusammenarbeit mit den chaldäischen Christen zu. „Die Gemeinde ist eine wertvolle Bereicherung für die katholische Kirche im Bistum Essen“, so Dörnemann.

Die chaldäisch-katholische Kirche ist ein katholischer Zweig der „Kirche des Ostens“, der seit dem 17. Jahrhundert mit Rom uniert ist.

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