"Die Liebe ist stärker als der Tod"

Mit einem ökumenischen Gottesdienst haben Angehörige, Rettungskräfte und Vertreter der Politik in der Duisburger Salvatorkirche der Opfer der Loveparade gedacht. Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck und Präses Nikolaus Schneider sprachen den Hinterbliebenen und Trauernden Trost und Hoffnung zu.

Gedenkgottesdienst für die Opfer der Loveparade

Mit einem ökumenischen Gottesdienst haben am Samstag in der Duisburger Salvatorkirche Angehörige, Rettungskräfte und Spitzenvertreter der Politik der Opfer der Loveparade gedacht. Bei einer Massenpanik waren vor einer Woche 21 Menschen ums Leben gekommen, mehr als 500 wurden verletzt.

Der katholische Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck und der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Präses Nikolaus Schneider, die der Freier vorstanden, sprachen den Hinterbliebenen und Trauernden Trost und Hoffnung zu. "Gott ist Liebe", so Overbeck, und die "Liebe ist stärker als der Tod". Sie trage auch "durch die Schrecken dieser Tage hindurch".

Die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) mahnte in einer bewegenden Rede zu einem gesellschaftlichen Umdenken. Das Wohlergehen des Mensch müsse wieder im Mittelpunkt stehen. An der Trauerfeier nahmen Bundespräsident Christian Wulff, Bundestagspräsident Norbert Lammert, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und weitere Spitzenpolitiker aus Bund und Ländern teil.

Vom Tunnel am alten Güterbahnhof, dem Ort der Katastrophe, war das Kondolenzbuch und eine Kerze auf den Altar des Gotteshauses gebracht worden. Dort zündeten während der Liturgie Einsatzkräfte der Rettungsdienste sowie die beiden Bischöfe eine Kerze für je ein Opfer an. Die Gedenkfeier mit Musik, Schriftlesungen und Bittgebeten wurde auf Großleinwände in 14 Kirchen und das Fußballstadion der Stadt übertragen.

Es sei schwer, mit dem zu leben, was geschehen sei, sagte Overbeck. Dennoch bleibe das, was auch der Name Loveparade zum Ausdruck bringe: Die Liebe. "Sie bleibt, sie verbindet uns Menschen, miteinander und mit Gott - über den Tod hinaus", so der katholische Bischof.

Schneider erinnerte in seiner Ansprache an die Schreckensbilder. "Die Loveparade wurde zum Totentanz", so der Präses. "Trauer und Verzweiflung, Hilflosigkeit und Wut halten uns wie Ketten gefangen". Schneider brachte auch den Unmut über den Umgang mit der Katastrophe zum Ausdruck und sprach von "Erwachsenen, die wie versteinert Verantwortung von sich weg schieben". "Wir alle ringen um Fassung und suchen nach Trost, nach Verstehen und Verständnis", so der Bischof. Dennoch gelte: "Stärker als der Tod ist Gottes Liebe".

Nach der Feier sprach auch Kraft den Angehörigen der Opfer ihre Anteilnahme aus. Erschüttert seien auch Millionen von Menschen, die über die Medien Zeugen dieser Tragödie geworden seien. "Ihnen allen und nicht zuletzt uns selbst sind wir es schuldig, dass Gesehene und Unfassbare lückenlos aufzuklären", betonte Kraft. Sie dankte den Einsatzkräften und all jenen, die selbstlos "stille Hilfe" geleistet hätten. "Der Mensch, sein Wohlergehen und seine Sicherheit müssen wieder wichtigste Leitlinie unseres Handels sein, vor allen anderen Motiven", betonte die Ministerpräsidentin. (kna)

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