„Die Heimkehr wird zu Dank gewandelt“

Als eine „Wallfahrt aus der Geschichte und in die Geschichte“ bezeichnete der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Dr. Jean-Claude Périsset, seinen Besuch in der Bochumer Heimkehrer-Dankeskirche am Samstag, 2. Juni. Einen Tag später nahm er an der 89. Wallfahrt der „Katholischen Eichsfelder in der Fremde“ nach Bochum-Stiepel teil.



Nuntius Erzbischof Jean-Claude Périsset war zwei Tage zu Gast in Bochum

Als eine „Wallfahrt aus der Geschichte und in die Geschichte“ bezeichnete der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Dr. Jean-Claude Périsset, seinen Besuch in der Bochumer Heimkehrer-Dankeskirche am Samstag, 2. Juni.

In seiner Ansprache skizzierte der ständige Vertreter des Heiligen Stuhls die Geschichte dieser Kirche, die in den 1950er Jahren auf Initiative von Pfarrer August Halbe errichtet wurde, und fragte nach dem Zusammenhang von Heimkehr und Dank. Pfarrer Halbe, der am 7. Januar 1940 in Paderborn zum Priester geweiht worden war, wurde schon bald danach zum Sanitätsdienst in der Wehrmacht eingezogen. Er war zuerst in Ostpreußen eingesetzt, dann war er an der Front in Frankreich und in Russland im Dienst an den Kameraden - auch als Seelsorger - tätig. Schließlich geriet er Ende August 1944 in Siebenbürgen in russische Kriegsgefangenschaft, in der er bis zu seiner Entlassung im Dezember 1949 blieb. „Für ihn wurde diese Zeit der Gefangenschaft zu einer Zeit der Gnade, da er die Nähe Gottes im gemeinsamen Schicksal mit anderen erfahren und so zum Zeugnis für den Glauben an Christus werden konnte“, so der Erzbischof. Seine Heimkehr sei für Pfarrer Halbe ein Zeichen dafür gewesen, dass Gott ihn nicht vergessen habe. „Deshalb wird Heimkehr zu Dank gewandelt“, betonte Périsset.

Viele hätten an der Errichtung der am 13. Dezember 1959 geweihten Heimkehrer-Dankeskirche mitgewirkt und Opfer gebracht. „Zugleich haben sie so den kommenden Generationen die Mahnung hinterlassen, das persönliche und das gesellschaftliche Leben und den Staat auf Gott zu bauen“, so der Nuntius. Die Kirche sei eine Mahnung für den Frieden. Der Erzbischof verwies auf das Bild der Muttergottes und erinnerte an das, was Papst Benedikt XVI. in seiner Predigt am 23. September im vorigen Jahr im Marienheiligtum in Etzelsbach zum Ausdruck brachte, nämlich dass Maria „Geborgenheit und neue Kraft“ schenke.  „Beide sind für uns immer wieder nötig, damit wir unsere Aufgaben in Politik und Gesellschaft erfüllen können“, betonte der Nuntius. Nicht ohne Grund sei Maria „unsere beste Wegweiserin auf den Wegen der Welt“.

Im Beisein von Landtagspräsidentin Carina Gödecke, der Bochumer Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz und Stadtdechant Dietmar Schmidt trug sich Erzbischof Périsset ins „Goldene Buch“ der Stadt Bochum ein.


Ohne Gott kann der Mensch nichts tun

Am Sonntag, 3. Juni, nahm er an der 89. Wallfahrt der „Katholischen Eichsfelder in der Fremde“ nach Bochum-Stiepel teil, die seit 1924 alljährlich am Dreifaltigkeitssonntag begangen wird. Gemeinsam mit dem Essener Weihbischof Ludger Schepers feierte der Erzbischof ein Pontifikalamt auf dem Wallfahrtsplatz sowie eine Dankandacht für den Papstbesuch in Deutschland und insbesondere im Eichsfeld.

Die lange Tradition dieser Wallfahrt – so der Nuntius – spiegele das „Bewusstsein der Verantwortung der Menschen wieder, auch unter Bedingungen einer weitgehend säkularisierten Welt das überkommene Erbe zu schützen, zu bewahren und wachsen zu lassen“. Ohne Gott könne der Mensch nichts tun. Die Wallfahrt sei eine gute Möglichkeit mitzuhelfen, „dass die beharrliche Treue zum Glauben auch weiter in den Eichsfelder Vereinen in der Fremde gelebt wird“, betonte Erzbischof Périsset in der Predigt. „Lehren und Taufen“ müssten zusammengehalten werden. Beides seien zentrale Aufgaben der Kirche. „Wir leben von diesem Geschenk Christi – in der Kirche und durch die Kirche -, wenn wir als Getaufte die Sakramente empfangen und in Treue zur Lehrer der Kirche stehen“, hob der Nuntius hervor. (do/cs)


Ansprache des Apostolischen Nuntius in der Heimkehrer-Dankeskirche

Predigt des Apostolischen Nuntius im Pontifikalamt in Bochum-Stiepel

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