Die Glaubwürdigkeit der Kirche hängt an Personen

Die Kirche hat in den letzten Jahren einen Vertrauensverlust erlitten. Das unterstrich Bischof Overbeck bei den 50. Essener Gesprächen in Mülheim. Die Kirche müsse immer neu um die innere Überzeugung bei jedem einzelnen Menschen ringen und darüber hinaus Demut zeigen.


Bischof Overbeck bei den 50. Essener Gesprächen in Mülheim

Die Glaubwürdigkeit der Kirche hängt in der modernen Welt nach Ansicht von Ruhrbischof Dr. Franz-Josef Overbeck entscheidend vom Vertrauen in Personen ab. Der Bischof verwies am Dienstag, 10. März, bei den 50. Essener Gesprächen in Mülheim auf Papst Franziskus. Mit seinem Pontifikat und der von ihm symbolisierten „pastoralen Nähe“ gebe es ein neues Interesse an der Katholischen Kirche. Sie werde weniger dogmatisch-juridisch wahrgenommen, sondern auf Ebene der mitmenschlichen Beziehungen.

Zugleich verwies Overbeck Bischof auf den Verlust von Vertrauen in die Kirche durch skandalhafte Amtsführung von hohen kirchlichen Repräsentanten: „Welchen Schaden erleiden wir dauerhaft durch den Missbrauchsskandal?“ Um Vertrauen zurückzugewinnen, müsse die Kirche immer neu um die innere Überzeugung bei jedem einzelnen Menschen ringen und Demut zeigen „vor der demokratischen Dimension des Glaubens“.


Plausibel vom Gottesglauben reden

Nach den Worten von Overbeck haben die Religionen in der Moderne Konkurrenz bekommen durch eine neue Gläubigkeit an Wissenschaft, Technik, wirtschaftlichen Erfolg und vieles mehr. „Es ist also nicht so, dass die Moderne den sozialen Modus des Glaubens reduziert, sie weitet ihn vielmehr aus“, sagte der Bischof. Vor diesem Hintergrund komme es für die Kirche darauf an, plausibel vom Gottesglauben zu reden. Notwendig sei eine Zeitgemäßheit, ohne dabei den Charakter des Originalen zu verlieren.

Overbeck äußerte sich bei den 50. Essener Gesprächen zum Thema Staat und Kirche. In diesem Jahr stand das Thema "Vertrauen" im Mittelpunkt. (KNA)


Vortrag von Bischof Dr. Franz-Josef-Overbeck

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