Der Star ist der Raum

Ein neuer Dokumentarfilm blickt zurück auf die Projekte in der Bochumer Kunstkirche Christ König im Kulturhauptstadtjahr 2010. Für 2011 stehen weitere Aktionen an.

Film zeigt Projekte in Bochumer Kunstkirche aus dem Jahr 2010

„Wandlung“ heißt der neue Dokumentarfilm über die Werke in der Kunstkirche Christ König, Bochum, die im Kulturhauptstadtjahr 2010 zu sehen und erleben waren. Ralf Brisi hat ein Jahr lang ehrenamtlich die verschiedenen Kunstprojekte mit der Kamera festgehalten und aus dem Filmmaterial eine 70-minütige Dokumentation zusammengestellt.

„Wichtig war uns, dass die Projekte in theologisch-pastoraler Hinsicht immer einen Bezug zu den Themen Kirche und Wandlung hatten“, erläutert Propst Michael Ludwig aus Bochum. Wie sich Gesellschaft und Region im Wandel befänden, so wandle sich auch die Kirche. Der Sakralraum von Christ König würde dies laut Ludwig versinnbildlichen. Er habe sich durch die Kunstprojekte im Jahr 2010 selbst fortlaufend sichtbar gewandelt.

Elf Projekte porträtiert die Dokumentation – wobei es keinen Kommentar zu hören gibt. „Wir sehen nur das, was auch wirklich zu hören und zu sehen war“, erklärt Brisi. Einzig die Künstler kommen zu Wort und berichten über ihre Arbeit und die Präsentation derselben in der Christ-König-Kirche. Teilweise besuchte Brisi, der hauptberuflich Sozialpädagoge ist, die Künstler und interviewte sie an anderen Wirkstätten.

Die Bandbreite der Kunstprojekte reichte von bildender bis darstellender Kunst, von Musik bis Literatur. Comedian Bastian Pastewka und Schauspieler Dietmar Bär, beide aus Film und Fernsehen bekannt, trugen im Juni 2010 gemeinsam Franz Kafkas Erzählung „Die Verwandlung“ vor. Schauspielerin Maria Neumann entwickelte eigens das Theaterstück „Hiob“ und führte es in der Kunstkirche auf. Hinzu kamen zahlreiche künstlerische Veränderungen des Kirchenraumes wie das Projekt „Aufrichten“. Dabei stellte Bildhauerin Dorothee Bielfeld die Kirchenbänke hochkant und ordnete sie derart an, dass „neue Raumeindrücke entstehen“. Auf diese Weise, so Bielfeld, hätten die Bänke die strenge Gebäudesymmetrie aufgebrochen und eine Stimme erhalten: „Sie ermahnen uns, dass hier etwas passiert – dass die Kirche sich wandelt.“

Bei all den vielfältigen Werken konstatiert Filmemacher Brisi dennoch, dass der eigentliche „Star“ des Films der Sakralraum von Christ König sei. Elisabeth Kessler-Slotta, Bochumer Kunsthistorikerin und am Projekt Kunstkirche beteiligt, bestätigt dies: „Durch sein puristisches Konzept eignet sich der Kirchenbau hervorragend als vielfältig nutzbarer Kunstraum.“

Die Intention des Kunstkirchen-Projektes, dem Kulturhauptstadtjahr Nachhaltigkeit zu verschaffen, sei laut Kessler-Slotta erfüllt worden. Von einer „tollen Resonanz“ spricht zudem Propst Ludwig. Darüber hinaus seien durch die so genannten „Ü30-Gottesdienste“, die regelmäßig in Christ König stattfanden und auch künftig stattfinden werden, auch „Randständige“ erreicht worden: „Diejenigen, die der Kirche sonst eher kritisch gegenüberstehen, die sind gekommen“, bilanziert Ludwig.

Grund genug, das Projekt Kunstkirche im Jahr 2011 fortzusetzen. Erste Kunstprojekte finden schon statt oder stehen in den Startlöchern. Derzeit ist in Christ König noch „Das schwarze Paradies“ zu sehen – ein gewaltiger Kubus inmitten des Kirchenraumes, der die Beziehung zwischen Bergbau und Kirche zum Thema hat. Die Fotoausstellung „Kirchenumnutzungen“ wird am Donnerstag, 17. März, 19 Uhr, eröffnet und soll bis zum 10. April andauern. Künstler für weitere Werke sind bereits kontaktiert. Das Projekt Kunstkirche Christ König geht weiter – auch 2011. (tmg)

Der Film „Wandlung – Kunst in Christ König 2010“ ist ab April 2011 auf DVD erhältlich und kann bestellt werden über die Internetseiten www.kick-2010.de und www.kick-2011.de oder das Pfarrbüro der Bochumer Propsteipfarrei St. Peter und Paul (Bleichstraße 12, 44787 Bochum, Telefon: 0234.14715, Telefax: 0234.9650208, E-Mail: st.peter-und-paul.bochum@bistum-essen.de).

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