Der rote Faden des Lebens

Jesus zum "roten Faden" durch das Labyrinth des Lebens werden zu lassen und sich dem Geist Gottes zu öffnen, dazu rief Weihbischof Franz Vorrath im Festgottesdienst am Pfingstmontag im Essener Dom auf, wo er neun Erwachsenen das Sakrament der Firmung spendete.

Predigt von Weihbischof Franz Vorrath am Pfingstmontag im Essener Dom

Das Leben verläuft – so der Essener Weihbischof Franz Vorrath - selten auf vorgezeichneten, geraden Bahnen und gleicht oftmals einem Labyrinth. „In unserer modernen Zeit müssen wir uns wie in einem Irrgarten immer wieder neu unter vielen möglichen Alternativen einen Weg auswählen“, betonte er im Festgottesdienst am Pfingstmontag, 20. Mai, im Essener Dom, wo er neun Erwachsenen aus dem Ruhrbistum das Sakrament der Firmung spendete.


Das Kreuz in der Mitte des Labyrinths

Oft könne man nicht sehen, wohin die Wege im Leben letztendlich führten. Da gebe es Irrwege, Sackgassen und unerwartete Wendungen, ob beim Verlust des Arbeitsplatzes, einer zerbrochenen Beziehung oder bei einer plötzlichen Erkrankung. Der Weihbischof berichtete von einem Transparent, das jugendliche Firmlinge einmal gestaltet hatten. „Dort war ein großes Labyrinth zu sehen, in dessen Mitte sie ein Kreuz gezeichnet hatten, als Zeichen für Jesus Christus. Von dort aus führte ein roter Faden durch alle Irrwege des Labyrinths hindurch bis zu den jungen Leuten, die vorne in der Kirche saßen“, so Vorrath. Diese hätten damit ausgedrückt, dass am Ziel des Lebensweges nicht der Tod, sondern die Gemeinschaft mit Gott stehe. „Das Kreuz in der Mitte des Labyrinths will uns Jesus Christus als Beispiel eines Lebens aus der Liebe Gottes und in der Liebe zu Gott vor Augen führen“, betonte der Weihbischof. Jesus habe gezeigt, wie menschliches Leben unter der Führung Gottes gelingen könne.


Glaubenswege sind selten geradlinig

Doch es sei nicht immer leicht, „den Faden aufzunehmen, den Weg Jesu nachzugehen“. Die Wege des Glaubens seien oft verschlungen und selten geradlinig. Jeder mache unterschiedliche Erfahrungen im Glauben, von positiven bis hin zu „Enttäuschungen über eine Kirche, die nicht schon automatisch vom Wehen des Heiligen Geistes erfüllt ist, sondern selber immer wieder neu um diese Gabe bitten und sich ihr öffnen muss“, so Vorrath. Den Jüngern Jesu sei es bei dem in der Bibel beschriebenen Pfingstereignis nicht anders gegangen. Doch der Heilige Geist sei der „rote Faden“ in ihrem Leben geworden. Den Erwachsenen, die das Sakrament der Firmung empfingen, wünschte er, „sich diesem Heiligen Geist ganz zu öffnen“, der „Wegweiser und Begleiter in jedem Lebensalter und jeder Lebenslage“ sein wolle. (do)


Predigt von Weihbischof Franz Vorrath

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