Der Priester ist Zeuge, Diener und Hirte

Im Rahmen eines festlichen Pontifikalamtes im Essener Dom weihte Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck am Freitagabend Diakon Michael Danne aus der Gemeinde Herz Jesu, Bochum-Werne, zum Priester.

Bischof Overbeck weihte Michael Danne zum Priester

Den Bochumer Michael Danne hat der Bischof von Essen, Dr. Franz-Josef Overbeck, am Freitagabend, 21. Mai, im Essener Dom zum Priester geweiht. Zu Beginn des festlichen Gottesdienstes wurde der Weihekandidat vorgestellt: Der 29-Jährige, in Dortmund geboren und in Bochum aufgewachsen, stammt aus der Gemeinde Herz Jesu in Bochum-Werne. Ihn rief der Regens des Bischöflichen Priesterseminars St. Ludgerus, Monsignore Jürgen Schmidt, mit Namen auf. Mit der Antwort „Hier bin ich“ erklärte der Diakon seine Bereitschaft zum Dienst in der Kirche.

Diakon Michael Danne versprach, das Priesteramt in Gemeinschaft mit dem Bischof auszuüben, den Dienst der Leitung, der Sakramente und der Verkündigung zu übernehmen und den Armen und Notleidenden zu helfen. Durch Handauflegung weihte Bischof Overbeck den Diakon dann zum Priester. Auch alle anderen anwesenden Priester legten ihm ihre Hände auf. Als Zeichen seines Dienstes erhielt Michael Danne die priesterlichen Gewänder. Anschließend salbte der Bischof ihm die Hände. Für die Feier der Eucharistie, die im Mittelpunkt des Priesteramtes steht, bekam er Kelch und Patene (Hostienschale) überreicht. Zum Abschluss der Weihehandlung erteilte Overbeck ihm den Friedensgruß als Zeichen der priesterlichen Gemeinschaft.


Eine Beziehung der Liebe

In der Predigt erinnerte der Bischof an ein Fenster in der Heimatkirche des Neupriesters. Es weise darauf hin, „dass Jesus Christus als das Lamm gestorben und auferstanden ist“. Der dort abgebildete Kelch deute auf die Eucharistie hin, „in der das Blut Christi zum Leben für andere ausgeteilt wird“. Der christliche Glaube besage: „Jesus ist unser Leben“. Der Auferstandene sei als „Liebe“ unter den Menschen gegenwärtig.
In der Priesterweihe werde der Weihekandidat einzig aus der Verbindung mit Christus in den Dienst genommen, „damit er aus der Kräftigkeit einer Beziehung der Liebe zu Jesus ihm nachfolgt und immer mehr seinen eigenen Willen durch den Willen Jesu formen lässt“, betonte der Bischof. Das „Geheimnis des Priesterseins“ sei in seinem innersten Kern nicht durch Funktionen und Nützlichkeit bestimmt, „sondern durch eine Beziehung der Liebe zu Jesus Christus“, die dem Priestersein besondere Qualität gebe.

Der Priester sei „Zeuge Jesu Christi“. Glaube komme von Glaubwürdigkeit. Heute zeige sich oft auf eindrückliche Weise, „wie glaubwürdig Priester sind und ihren Dienst tun“, so Overbeck. „Viele schätzen und achten dies. Gott sei Dank!“ Wo der Weg des Priesters glaubwürdig gelinge, „da ist er Zeuge Jesu, Zeuge des lebendigen Gottes, der in Jesus für andere da ist“. Der Bischof sprach aber auch von einer „Bedrohung“, die von denen ausgehe, „die das ihnen geschenkte Vertrauen sprichwörtlich missbrauchen, die die Glaubwürdigkeit verdunkeln“.  


Ein Leben für Gott zum Wohle der Menschen

Beim Priestersein gehe es um ein „Leben für Gott zum Wohle anderer“. Im Alltag geschehe dies durch gelungene Beziehungen, „durch Worte, die Herzen verwandeln“ und durch „Gaben, die bereichern“. Das Wort der Verkündigung, des Evangeliums, sei ein „Wort des Lebens für alle Menschen“, betonte der Bischof. Die Sakramente seien Zeichen, „dass Gott sich selbst uns schenkt“. Der Priester  sei hier ein „demütiger Verwalter von Geheimnissen Gottes“.  Auf diese Weise werde Nachfolge aus einer „lebendigen Beziehung der Liebe konkret, die Jesus dem schenkt, der sein Priester ist“.

Wer dem Lebensstil Jesu entsprechend lebe und eine „Kultur der Aufmerksamkeit und Hingabe“ pflege, der sei ein „Diener, der sich selbst zurücknimmt, weil es um den Größeren geht“, so der Bischof. Daher sei das priesterliche Amt ein Dienst, der gleichzeitig auch ein „Hirtendienst“ sei.  Der Priester als Hirte nehme die Menschen mit zu Gott, „damit sie leben“. Dabei sei die Freiheit, zu allen Menschen zu gehen, ein wesentliches Maß priesterlichen Dienstes. „Darum muss der Priester ein freier Mann sein, gebunden an eine innere Form, die ihm äußere Klarheit und Entschiedenheit und zugleich Glaubwürdigkeit in der Nähe zu den Menschen gibt“, hob Overbeck hervor.

Nach der Weihe wird der Neupriester zum ersten Mal die Eucharistie in seiner Heimatgemeinde Herz Jesu und in seiner Diakonatsgemeinde St. Gertrud, Bochum-Wattenscheid, die  so genannte „Primiz“, feiern. Dort spendet er, ebenfalls durch Handauflegung und Gebet, den Primizsegen. (do)


Predigt von Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck

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