Der Kirche ein weibliches Angesicht geben

Es sei von großer Bedeutung, über die Rolle der Frau innerhalb der Kirche neu nachzudenken, betonte Overbeck in seinem Impulsreferat beim Gesprächsforum in Hannover. Leitungsfunktionen sollten zunehmend auch von Frauen ausgefüllt werden.

Overbeck unterstrich die Bedeutung der Frau innerhalb der Kirche

Die Katholische Kirche in Deutschland ist Teil einer immer pluraler werdenden Gesellschaft. Das „Zusammenleben wird geprägt von einer Vielfalt von Lebensentwürfen, Weltanschauungen, Kulturen und Religionen“, erklärte der Essener Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck in seinem Impulsreferat zu Beginn des zweiten Gesprächsforums „Im Heute glauben“ in Hannover. Rund 300 Vertreterinnen und Vertreter aus verschiedenen Bereichen der Katholischen Kirche waren in Hannover zusammengekommen, um über die Frage einer gelebten Diakonie in der Kirche zu beraten. Das zweite Gesprächsforum auf Bundesebene stand unter dem Leitwort „Die ‚Zivilisation der Liebe’ – unsere Verantwortung in der freien Gesellschaft“.

Pluralität und Vielfalt hätten etwas ungemein Faszinierendes, aber auch etwas Herausforderndes, so Overbeck. Es sei wichtig, sich vor dieser Vielfalt nicht zu fürchten und sich den Herausforderungen zu stellen. Denn die „Vielfalt innerhalb der Kirche selbst ist ein Geschenk des Heiligen Geistes, der die Menschen mit unterschiedlichen Begabungen und Charismen ausstattet. Diese verschiedenen Begabungen gilt es in gegenseitiger Ergänzung für die Kirche, für die Gesellschaft fruchtbar zu machen“, unterstrich der Ruhrbischof. So zeige sich diese Vielfalt vor allem auch in den verschiedenen Charismen und Diensten innerhalb der Kirche.

Es sei an der Zeit, neu zu entdecken, was es bedeutet, Leitung in der Kirche wahrzunehmen. Hierbei sei es besonders wichtig, das Miteinander von Frauen und Männern im Leben und Wirken der Kirche zu bedenken. „Um aber überzeugender unseren Dienst für die Welt wahrnehmen zu können, müssen wir der Kirche auch ein weibliches Angesicht verleihen“, betonte Overbeck. Bischöfe und Priester verliehen der Kirche ein männliches Angesicht. Daher sei es von großer Bedeutung, darüber nachzudenken, „welche Leitungsfunktionen in unserer Kirche – die nicht an die Weihe gebunden sind – verstärkt von Frauen wahrgenommen werden können“, so der Ruhrbischof weiter. Overbeck rief dazu auf, Frauen in diesen Funktionen zu fördern und zu unterstützen. Denn ein Blick in die Pfarreien und Verbände zeige deutlich, wie sehr das Leben der Kirche von Frauen getragen werde. (ja)

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