Der "Faktor Arbeit" in der Diskussion

"Der Faktor Arbeit" steht im Mittelpunkt des Sozialpolitischen Aschermittwochs der Kirchen am 17. Februar in Essen. Hauptredner ist der 1. Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber. Liturgen sind Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck, Essen, und Präses Nikolaus Schneider, Düsseldorf.

Sozialpolitischer Aschermittwoch der Kirchen in Essen

Zum "Sozialpolitischen Aschermittwoch der Kirchen" laden das Bistum Essen und die Evangelische Kirche im Rheinland für Mittwoch, 17. Februar, 10.30 Uhr, in die evangelische Kirche am Katernberger Markt 12 in Essen ein. Zum Thema "Der Faktor Arbeit in der Industriegesellschaft der Zukunft" spricht der 1. Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber.

Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat nach einer voran gegangenen kurzen Phase des Aufschwungs die Arbeitsmärkte erneut stark unter Druck gesetzt. Bereits vor der Zuspitzung der wirtschaftlichen Entwicklung stand es um den Faktor Arbeit nicht gut. Die Entwicklungen zum Abbau von Arbeitsplätzen bei gleichzeitiger Verdichtung von Arbeitsvorgängen und Steigerung der Anforderungen an Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gibt seit Jahren Anlass zu großer Sorge. Immer weniger Menschen müssen immer mehr leisten. Was wird aus der Arbeitsgesellschaft, wenn der Faktor Arbeit kleingerechnet wird? Die globalen Gegensätze machen die Arbeit von Menschen zu einem jederzeit und an jedem Ort austauschbaren „Job“. Die Auswirkungen auf das Arbeitsethos, die Betriebskultur und die Verantwortlichkeit der Unternehmen für ihre Mitarbeitenden sind unübersehbar. Der Sozialpolitische Aschermittwoch der Kirchen will Wege aufzeigen, damit menschliche Arbeit Wert und Würde behält, die ihr insbesondere nach christlichem Verständnis zukommt. Diskutiert wird auch, wie Arbeit als auskömmliche Einkommensquelle gesichert werden kann und wie künftige Generationen in der Industriegesellschaft der Zukunft arbeiten und leben können.

Die Liturgie des Sozialpolitischen Aschermittwochs gestalten der Bischof von Essen, Dr. Franz-Josef Overbeck, und der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Nikolaus Schneider.  (mi)

Das Stichwort: Sozialpolitischer Aschermittwoch

Seinen Ursprung hat der politische Aschermittwoch in der Donaustadt Vilshofen. Dort trafen sich seit 1580 jedes Jahr zu Beginn der Fastenzeit Bauern und Kaufleute zum Viehmarkt und nahmen bei Bier und Brotzeit auch die königlich-bayerische Politik aufs Korn. Schnell rissen die Bauernführer die Gespräche an sich und machten so aus dem Handel auch eine politische Veranstaltung. 1919 rief der Bayerische Bauernverbund erstmals zu einer Kundgebung auf – damit war der Politische Aschermittwoch geboren. Nach einer Pause während der Zeit des Nationalsozialismus nahm die Bayernpartei 1948 die Bauerntradition wieder auf. Fünf Jahre später stieß die CSU mit ihrem Vorsitzenden Franz-Josef Strauß dazu, der mit seinen legendären Redeschlachten dem alten Brauch zu einer nationalen Bekanntheit verhalf. Inzwischen gehört der Politische Aschermittwoch zum festen Programmpunkt der Parteien und vieler Gruppen. Seit 1998 laden das Bistum Essen und die Evangelische Kirche im Rheinland Vertreter aus Kirche, Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Verbänden zum "Sozialpolitischen Aschermittwoch der Kirchen" ein, um in einem liturgischen Rahmen öffentlich für Solidarität und Gerechtigkeit in der Gesellschaft einzutreten. Mit dem Sozialpolitischen Aschermittwoch wollen die katholische und die evangelische Kirche einen "Kontrapunkt" zum Politikspektakel der Parteien setzen. (lou)

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