Das Münster am Hellweg als Film-Geschichte

Großer Aufwand für eine 45-minütige TV-Dokumentation mit dem schlichten Titel: „Der Essener Dom“. Der WDR produziert zur Zeit einen Film über das altehrwürdige "Münster am Hellweg".

WDR produziert TV-Doku Drama über den Essener Dom

Zwei Stunden hat Martin Papirowski für die Szene eingeplant. Zwei Stunden, in denen die Kamera immer wieder durch künstlichen Nebel langsam in die Tiefe gleitet: vom Kreuz der sechs Meter hohen Marmorsäule im Chorraum des Essener Doms durch das geöffnete Bodengitter hinab in die Altfrid-Krypta. Ein letztes Mal wird die Aufnahme wiederholt, begibt sich die an einem langen Kran befestigte Kamera auf Talfahrt. Von seinem Hocker aus verfolgt Papirwoski die Szene auf dem vor ihm aufgebauten Bildschirm. „Das Bild noch ein wenig stehen lassen“, ruft er dem Kameramann zu. „Uuund cut“ sagt er schließlich. Die Einstellung „ist Geschichte“ und Martin Papirowski, der Regisseur, sichtlich zufrieden.

Großer Aufwand für eine 45-minütige TV-Dokumentation mit dem schlichten Titel: „Der Essener Dom“. Fast scheint es, als habe die sieben Mann starke Filmcrew die derzeit geschlossene Domkirche in ein riesiges Fernsehstudio verwandelt. Überall liegen Kabel, erstrahlen große Scheinwerfer und bringt das Filmteam immer wieder den so genannten Kamerabaum in eine neue Position. Stück für Stück arbeitet sich der Regisseur durch das über 1000-jährige Münster. „Hier läuft alles nach Plan“, sagt Papirowski. Nur die Außenaufnahmen machen ihm Sorgen. Ein wolkenverhangener Himmel gefällt keinem Filmemacher.

Fünf Drehtage hat  Produzent Hans Hermann Stein, der den Dom-Film im Auftrag des Westdeutschen Rundfunks (WDR) produziert, für das altehrwürdige „Münster am Hellweg“ geplant. Hinzu kommen weitere Drehtage an insgesamt 18 anderen, mit der Domkirche verbundenen Schauplätzen, darunter auch Hildesheim, wo der Gründer des Stiftes Essen, der heilige Altfrid, Bischof war. Die aufwendigste Szene ist bereits „im Kasten“. In Rumänien steckte Papirowski rund 200 Komparsen und Schauspieler in historische Kostüme, um die Entstehung und Geschichte des über 1000-jährigen Bauwerkes lebendig nachzuerzählen. Schließlich handelt es sich bei dem von Heike Nelsen-Minkenberg verfassten Drehbuch um ein „TV-Doku-Drama“.

Mit geschichsträchtigen Bauten kennen sich Hans Hermann Stein und Martin Papirowski aus. Der Essener Dom-Film ist inzwischen die  siebte Produktion, die die WDR-Redaktion „Tag 7“ bei ihnen in Auftrag gab. Nach dem Kölner Dom, den Bischofskirchen in Aachen und  Münster, der Wiesenkirche in Soest und dem Altenberger Dom widmet der WDR nun dem „Essener Dom“ einen eigenen Film. Geplanter Sendetermin ist das Kulturhauptstadt-Jahr 2010. Doch bis auch die letzte Szene „Geschichte“ ist, müssen noch manche Kabel verlegt und Scheinwerfer zum Strahlen gebracht werden. (ul)

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