„Das Böse war kein Traum und ist darum wiederholbar“

Der 9. November 1938 ist nach Ansicht von Ruhrbischof Dr. Franz-Josef Overbeck auch für Christen kein beliebiges Datum. Die Erinnerung an die Novemberpogrome und der ihnen folgenden Judenvernichtung wach zu halten ist eine bleibende Aufgabe, sagte er bei einem ökumenischen Gottesdienst im Essener Dom.

Ökumenischer Gedenkgottesdienst zur Reichpogromnacht

Die Erinnerung an die  Reichspogromnacht am 9. November 1938 ist  nach Ansicht von Ruhrbischof Dr. Franz-Josef Overbeck eine bleibende Aufgabe aller Deutschen. „Zu viele haben mitgemacht, teilnahmslos zugeschaut, ängstlich weggeschaut oder einfach nur geschwiegen“, sagte Overbeck bei einem ökumenischen Gedenkgottesdienst am Mittwochabend, 9. November, im Essener Dom. „Das Böse war damals Realität und kein Traum“, so der Ruhrbischof weiter, „und darum ist es wiederholbar“. Deshalb sei es nach wie vor notwendig, das Gedenken und damit die Erinnerung an die Novemberpogrome und der ihnen folgenden Judenvernichtung wach zu halten.

Auch für Christen sei der 9. November 1938 kein beliebiges Datum oder ein Festhalten am Vergangenen und Gestrigen. Was Adolf Hitler und seine Schergen damals angerichtet hätten, so der Ruhrbischof, „war und ist mit deren Tod keineswegs aus der Welt, selbst wenn sie ihr Tun bereut hätten und ihnen vergeben worden wäre“. Die furchtbaren Folgen des Nationalsozialismus vergifteten bis heute die Gesellschaft und sie nisteten noch immer im Leben der übriggebliebenen Opfer wie der Täter, selbst im Leben ihrer Kinder und Enkel. Overbeck: „Wie feiern Gottesdienst, weil wir als Christen glauben, dass aus Erinnerung an ein böses Geschehen von damals doch noch Hoffnung entstehen kann. Hoffnung, dass wir unser irdisches Leben bereits mit dem Gott Jesu Christi leben, aus dem dereinst ewiges Leben bei Gott wird.“ (ul)

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