Danken für die Spur des Glaubens

Mit einem feierlichen Gottesdienst in der Basilika St. Ludgerus in Essen-Werden ist das Jubiläumsjahr anlässlich des 1200. Todestages des heiligen Ludgerus zu Ende gegangen. Gleichzeitig gedachte die „Communitas sancti Ludgeri“, die Gemeinschaft des Liudger, ihrer Gründung vor 50 Jahren.

Mit einem feierlichen Gottesdienst in der Basilika St. Ludgerus in Essen-Werden ist am Sonntag, 25. Oktober 2009, das Jubiläumsjahr anlässlich des 1200. Todestages des heiligen Ludgerus zu Ende gegangen. Gleichzeitig gedachte  die „Communitas sancti Ludgeri“, die Gemeinschaft des Liudger, ihrer Gründung vor 50 Jahren.  

Diözesanadministrator Weihbischof Franz Vorrath erinnerte daran, dass in den vergangenen Monaten viele Menschen aus den Pfarreien des Ruhrbistums und auch aus anderen Diözesen „in der Spur des Glaubens“ zum Grab des heiligen Liudger gepilgert seien. „Nun sind wir heute noch einmal hier in Werden zusammengekommen, um das Ludgerus-Jahr zu beschließen und Gott Dank zu sagen für alle Stärkung im Glauben und alle Ermutigung zum missionarischen Zeugnis, die wir in den vergangenen Monaten erfahren durften.“ Gleichzeitig gelte es zu danken für das Glaubenszeugnis der Menschen, die sich in den vergangenen 50 Jahren in der Gemeinschaft des heiligen Liudger für die Verehrung des Missionars der Friesen und Sachsen in besonderer Weise eingesetzt haben, so der Weihbischof.

Dass das Lebensbeispiel und die Verehrung des Heiligen in den vergangenen Jahrzehnten weiter an Popularität und Intensität über Bistums- und Ländergrenzen hinweg zugenommen hätte, sei auch der „Communitas sancti Ludgeri“ zu verdanken. „Sie hat sich nicht nur im äußeren Tun, sondern vor allem im geistigen Tun dafür eingesetzt, seiner zu gedenken und sein Werk fortzusetzen.“ Die Schönheit der Werdener Basilika, der Grabeskirche des Heiligen, sei ein lebendiges Zeugnis für die reiche Geschichte, die von diesem Ort ausgegangen sei. Vorrath: „Europa erlebte und erlebt viele und tiefgreifende Veränderungen. Aber am Grabe des heiligen Liudger wird sichtbar und erfahrbar, dass die Kirche unseres Landes ein Fundament hat und dass sie auf diesem Fundament immer weiterbauen und aus den Quellen des Glaubens neue Kraft schöpfen kann.“

Das Pontifikalamt mit mehreren hundert Gläubigen feierte der frühere Bischof von Utrecht, Adrian Kardinal Simonis, gemeinsam mit den bischöflichen Ehrenmitgliedern der „Communitas sancti Ludgeri“. Der langjährige Bischof von Münster, Reinhard Lettmann, rief die Gläubigen in seiner Predigt dazu auf, ihren Glauben öffentlich zu bekennen. „Christen müssen den Mut haben, ihr christliches Zeugnis in Gesellschaft und Politik hineinzutragen und auch deutlich machen, wo sie sich von anderen Gruppen und Meinungen unterscheiden“, betonte Lettmann. Nur so könne es gelingen, „dass auch morgen und übermorgen noch Menschen in der Spur des Glaubens bleiben“.

Nach dem Gottesdienst hatte die „Communitas sancti Ludgeri“ zu einer Feierstunde in das Kardinal-Hengsbach-Haus eingeladen. Den Festvortrag mit dem Titel „Erbe und Auftrag“ hielt Dr. Gabriele Isenberg, ehemalige Direktorin des Westfälischen Museums für Archäologie Münster.

Anlässlich des 1150. Todestages des heiligen Liudger hatte Bischof Dr. Franz Hengsbach 1959 die Gläubigen des neuen Ruhrbistums zum ersten gemeinsamen Glaubensfest an das Grab des Apostels der Friesen und Sachsen nach Essen-Werden eingeladen. Nach dem großen Erfolg der Festwochen gründete er am 28. Oktober des gleichen Jahres den „Arbeitskreis St. Liudger“, den er 1989 als „Communitas sancti Ludgeri“ zu einer Gemeinschaft kirchlichen Rechtes erhob. Damit knüpfte Bischof Hengsbach an eine alte Tradition an: Im Jahr 1710 gründete Abt Coelestin von Geismar eine Ludgerus-Bruderschaft. Damals wie heute war und ist die Verehrung des heiligen Liudger das Ziel dieser Gemeinschaften.

Liudger starb vor 1200 Jahren, und zwar am 26. März 809 in Billerbeck und wurde auf eigenen Wunsch in seiner Klostergründung in Werden bestattet. Er wird jedoch nicht nur in Werden verehrt. Zahlreiche Kirchen im In- und Ausland wurden nach ihm benannt. Die „Communitas sancti Ludgeri“ bemüht sich, die Kontakte mit diesen Gemeinden zu intensivieren oder neu zu knüpfen. Daneben widmet sie sich unter anderem der Pflege und Erhaltung der Grabstätte des heiligen Liudger, der Vorbereitung und Durchführung des jährlichen Ludgerusfestes und der Herausgabe von Literatur über den Missionar, ersten Bischof von Münster und Mitpatron des Bistums Essen. (ul/do)

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