von Michael Kreuzfelder

Caritas fordert Beteiligung für junge Menschen

Beim zentralen Gottesdienst zum Caritas-Sonntag im Bistum Essen warb Generalvikar Klaus Pfeffer am Samstag in St. Franziskus, Bochum-Riemke, für eine stärkere Beteiligung der jüngeren Generation an gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen.

„Das Verhältnis der Generationen wird sich radikal verändern

Angesichts des demographischen Wandels fordert der Caritasverband für das Bistum Essen eine stärkere Beteiligung junger Menschen. „Wir müssen verhindern, dass die Interessen von Kindern und Jugendlichen künftig nachrangig behandelt werden“, forderte der Generalvikar des Ruhrbistums, Klaus Pfeffer, im Rahmen des bistumsweiten Caritas-Sonntages.

Durch Zuwanderung und demografischen Wandel werde sich das Verhältnis der Generationen radikal verändern. „Eine gerechte Politik muss sicherstellen, dass auch nachfolgende Generationen einen ausreichenden Schutz etwa in den Sozialversicherungssystemen erhalten“, sagte Pfeffer, der auch Vorstandsvorsitzender der Caritas im Ruhrbistum ist, bei einer Caritas-Veranstaltung zur Generationengerechtigkeit am Samstag in Bochum.

Kinder und Jugendliche müssten konsequent in allen Bereichen beteiligt werden, etwa wenn es um die Gestaltung des Stadtviertels, von Spielflächen oder bei der Nutzung von Jugendeinrichtungen oder Schwimmbädern gehe. Die Realität sehe oft anders aus. „In Großbritannien etwa waren es überwiegend die älteren Menschen, die den Ausstieg aus der Europäischen Union durchsetzten. Die jüngere Generation will mit großer Mehrheit eine andere Zukunft. Da bestimmen die Alten, wie die Jungen leben sollen“, sagte Pfeffer bei einer Messe mit Kindern, Erwachsenen und Senioren in der Kirche St. Franziskus in Bochum-Riemke.

Mehr Verständnis zwischen den Generationen

Statt eines Gegeneinanders brauche es ein Miteinander der Generationen, das durch mehr wechselseitiges Verstehen erreicht werden könne. „Es ist für alle gefährlich, wenn jede Generation nur auf sich selber schaut und vergisst, wie sehr wir aufeinander angewiesen sind. Jede Generation verdient die gleichen Chancen auf ein gutes Leben“, sagte Pfeffer. „Vor allem in Zeiten, in denen das Gleichgewicht verloren gegangen ist.“ Denn schon jetzt gibt es deutlich mehr ältere Menschen als jüngere – Tendenz stark steigend. Ob Renten oder Sozialversicherung: Bei dem, was sie alles schultern solle, drohe eine Überforderung der jungen Generation. Umgekehrt hätten auch Ältere große Sorgen, ob die nachfolgenden Generationen ihnen noch in Alter und Schwachheit genügend beistehen könnten. Die heutige Generation der Großeltern unterstütze vielfach ihre Kinder und Enkelkinder mit Zeit und Geld. „Diese Generation fordert mit Recht, dass ihre Lebensleistung honoriert wird.“

„Mach dich stark für Generationengerechtigkeit“

Mit der Kampagne „Mach dich stark für Generationengerechtigkeit“ appelliere die Caritas an jeden Einzelnen, sich über eigene Interessen hinaus für andere zu interessieren. „Wir tragen Verantwortung füreinander – über unsere persönlichen Kreise, über unsere jeweiligen Altersgruppen hinweg, nicht zuletzt über die Grenzen unserer Nationen und Kontinente hinweg“, so Pfeffer. „Wie oft und wie sehr leben wir auf Kosten anderer? Auf Kosten der jüngeren Generation oder auf Kosten der Älteren und auf Kosten derer, die in anderen Ländern und Kontinenten nicht im Ansatz den Wohlstand, die Gerechtigkeit und die Freiheit genießen dürfen wie wir?“

„Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad“

Nach dem Gottesdienst zogen die Bewohnerinnen und Bewohnern des Caritas-Seniorenzentrums St. Franziskus, Kinder und Eltern der benachbarten KiTa, Jugendliche und Erwachsene gemeinsam in einer kleinen Demografie-Demonstration von der Kirche zum Seniorenzentrum. Ulrich Kemner, Vorstand des Caritasverbands für Bochum und Wattenscheid, freute sich über die die vielen Gäste, die in der Cafeteria der Einrichtung zusammenkamen: „Das Thema passt perfekt zu unserem Haus. Wir hatten schon immer eine gute Nachbarschaft – sowohl die Gemeinde als auch der Kindergarten sind oft bei uns zu Besuch. Genauso sind wir zur Stelle, wenn Hilfe benötigt wird. Hier funktioniert das Miteinander von Jung und Alt.“

Begegnung und Verständnis zwischen den Generationen

Daher hatte Heimleiter Franz-Albert Bömkes in Abstimmung mit Gemeindereferentin Barbara Steeger und Kita-Leiterin Walburga Voglauer gleich zugesagt, als es darum ging, die zentrale Auftaktveranstaltung zum Caritas-Sonntag im Bistum Essen zu organisieren. Passend dazu sangen Groß und Klein voller Freude „Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad“. Mit Blick auf die singenden Kinder und Senioren sagte Pfeffer: „Das ist ein Bild für das, was wir dringend brauchen: Begegnung und Verständnis zwischen den Generationen.“ Mit ihren 750 Diensten und Einrichtungen stehe die Caritas im Bistum Essen Menschen in allen Lebenslagen und Lebensaltern beratend und unterstützend zu Seite. Pfeffer: „Die Caritas stiftet Solidarität zwischen den Generationen.“

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