von Christoph Grätz

Caritas fördert Integration in Kitas

Die Caritas im Ruhrbistum verstärkt Aktivitäten zur Integration von Flüchtlingskindern. Geflüchtete Kinder sind keine Problemgruppe, doch haben sie besondere Bedürfnisse.

Fortbildung und Beratung: Der Caritasverband für das Bistum Essen verstärkt seine Bemühungen, katholischen Kindergärten bei der Integration von Flüchtlingskindern zu helfen. „Kitas sind Orte der Integration. Anfang des Jahres waren rund 900 Flüchtlingskinder in unseren Einrichtungen. Diese Zahl dürfte sich mit dem heute beginnenden Kita-Jahr steigern und damit auch die Anforderungen an unsere Kita-Mitarbeiterinnen“, sagt Irmgard Handt, Fachberaterin beim Caritasverband für das Bistum Essen. Die rund 300 katholischen Kindergärten betreuen täglich rund 18.000 Kinder.

„Dabei sind Flüchtlingskinder grundsätzlich keine besondere Problemgruppe“, stellt die Expertin klar, „aber sie haben besondere Bedürfnisse.“ In der Praxis seien es vor allem sprachliche und kulturelle Barrieren und die ausländerrechtliche Situation, die die Kita-Teams vor besondere Herausforderungen stellen. „Um dem gestiegenen Bedarf gerecht zu werden, bieten wir eine spezielle Fachberatung für pädagogische Fachkräfte für Kinderbetreuung in besonderen Fällen an. Mit Fortbildungsveranstaltungen schulen wir Kita-Mitarbeiterinnen, etwa zu den Themen Mehrsprachigkeit und Sprachförderung.“ Geplant seien darüber hinaus Besuche von Experten, die über das Leben etwa in Syrien oder dem Irak berichten. Zudem unterstützt die Caritas die Kitas bei der Suche nach Netzwerkpartnern insbesondere bei kulturellen, sprachlichen und rechtlichen Fragen.

Information ist nicht nur für Fachkräfte ein wichtiger Baustein gelingender Integration. „Wir haben festgestellt, dass viele Flüchtlingseltern große Vorbehalte gegen Erziehungseinrichtungen haben. Dies beruht oft auf negativen Erfahrungen in den Herkunftsländern. Um diese Vorbehalte zu entkräften, haben wir in einzelnen Kitas angefangen, Familien aufzusuchen und über unsere Angebote zu informieren. Ehrenamtliche unterstützen uns dabei.“ Anliegen sei es auch, Brückenangebote, wie Spiel- oder Mutter-Kind Gruppen für Flüchtlingskinder, so kurz wie möglich zu gestalten. „Ziel muss immer der möglichst schnelle Einstieg sein.“

Handt: „Integration ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Unsere Kitas leisten dabei einen wichtigen Beitrag. Dies kann nur vernetzt mit anderen Akteuren gelingen.“ So haben viele katholische Kitas bereits Kooperationen zum Beispiel mit den örtlichen Allgemeinen Sozialen Diensten, Integrationszentren, Pfarreien, Ehrenamtlichen und vielen anderen Akteuren. Diese Netzwerkarbeit fordere viel Zeit und Personal und beides fehle häufig in ausreichendem Maße.

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