Bistum Essen wirbt um Nachwuchskräfte

Mit Messestand und Stellenbörse gegen den Fachkräftemangel. Interview mit Christiane Schulte-Terhusen, Referentin für Ausbildung und Recruiting im Bistum Essen.

Mit Messestand und Stellenbörse gegen den Fachkräftemangel

Mit rund 500 Seelsorgerinnen und Seelsorgern, gut 400 Beschäftigen an den Bischöflichen Schulen und etwa 330 Stellen in der Bistums-Verwaltung und den angeschlossenen Einrichtungen hat das Ruhrbistum die Personalstärke eines mittelständischen Arbeitgebers. Da sind ein professionelles Personalmanagement und die erfolgreiche Gewinnung von Nachwuchskräften auch für die katholische Kirche unverzichtbar, sagt Christiane Schulte-Terhusen, Referentin für Ausbildung und Recruiting. Deshalb hat das Bistum Essen im Frühsommer eine eigene Stellenbörse gestartet – das Online-Portal www.kirche-kann-karriere.de – und wirbt auf speziellen Messen bei jungen Leuten in der Region für Ausbildungen und Studiengänge bei der katholischen Kirche. Über die ersten Erfahrungen spricht die Personal-Fachfrau im Interview.

Frau Schulte-Terhusen, ein Karriereportal im Internet, ein eigener Messestand – wieso betreibt das Bistum Essen so viel Aufwand bei der Suche nach neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern?

Christiane Schulte-Terhusen: Aufgrund der demografischen Entwicklung in unserem Hause werden wir in den nächsten Jahren viele wertvolle Fachkräfte verlieren. Mit unserem Messestand, dem Online-Portal und anderen Aktionen möchten wir junge Leute auf die Kirche als möglichen Arbeitgeber aufmerksam machen, bei unseren zukünftig Beschäftigten Interesse an uns wecken und unsere Attraktivität als Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb steigern. Dies gilt sowohl für den Verwaltungs- als auch für den pastoralen Bereich.

Lohnt dieser große Aufwand?

Schulte-Terhusen: Da sich die Anforderungen in vielen Arbeitsbereichen erhöht haben, brauchen wir Beschäftigte, die diesen Anforderungen auch gewachsen sind. Deshalb halten wir es für wichtig, dass sich viele Menschen für uns interessieren und wir bei der Besetzung unserer Stellen die Möglichkeit haben, sorgfältig auszuwählen.

Auf der Schüler- und Azubi-Messe in Bottrop stand das Bistum erstmals mit einem eigenen Messestand zwischen großen Konzernen und anderen weltlichen Organisationen – welche Erfahrungen haben Sie dort gemacht?

Schulte-Terhusen: Durchweg positive. Immer wieder waren Besucherinnen und Besucher an unserem Stand verwundert, wie vielfältig die beruflichen Möglichkeiten „bei Kirche“ sind. Viele Messebesucher brachten Kirche als Arbeitgeber hauptsächlich mit pastoralen Berufen in Verbindung – und wurden von unseren Kolleginnen und Kollegen entsprechend beraten. Aber auch unser Angebot an kaufmännischen oder IT-Berufen stieß bei den jungen Leuten auf Interesse. Mit Blick auf die anderen Stände auf dieser Schüler- und Azubi-Messe war für uns auffällig, dass sich Kirche als Arbeitgeber hinsichtlich der Problematik, passende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen, von anderen Arbeitgebern wie Lidl, Aldi oder auch der Polizei NRW kaum unterscheidet.

Wo werden Sie in den kommenden Wochen und Monaten um Nachwuchskräfte für unsere Kirche werben?

Schulte-Terhusen: In der kommenden Zeit werden wir uns unter anderem in Schulen präsentieren. Zudem werden wir unseren Messestand am 13. Februar 2016 auf der Ausbildungsmesse „Stuzubi“ im Essener Colosseum Theater aufbauen. Auch dort werden wir wieder alle Ausbildungsmöglichkeiten aller Berufsgruppen vorstellen. (tr)

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