Bistum Essen stellt kirchliche Jahresstatistik vor

Gut 817.000 Katholiken leben an Rhein, Ruhr und Lenne. Generalvikar Klaus Pfeffer betont großes ehrenamtliches Engagement in Gemeinden, Verbänden, Krankenhäusern, Altenheimen und vielen anderen sozialen Einrichtungen.

817.340 Menschen in den Städten und Kreisen an Rhein, Ruhr und Lenne gehörten Ende vergangenen Jahres zur katholischen Kirche. Das geht aus der kirchlichen Jahresstatistik hervor, die das Bistum Essen – wie alle deutschen Bistümer – an diesem Freitag veröffentlicht hat. Damit liegt die Zahl der Katholiken im Ruhrbistum um gut 13.200 niedriger als im Vorjahr. Dies liegt zum einen am demographischen Wandel im Ruhrgebiet: 8976 Bestattungen standen im Jahr 2014 nur 4788 Taufen gegenüber, zudem sind mehr Katholiken fort- als zugezogen. Zum anderen haben sich 7551 katholische Christen für einen Austritt aus der katholischen Kirche entschieden (2013: 5405). 343 Menschen sind im vergangenen Jahr in die katholische Kirche eingetreten oder wieder aufgenommen worden.

„Wir wollen eine Kirche für alle Menschen sein“

„Natürlich erschreckt mich die große Zahl der Menschen, die im vergangenen Jahr unserer Kirche hier im Bistum Essen den Rücken gekehrt haben“, kommentiert Generalvikar Klaus Pfeffer die aktuelle Kirchenstatistik. Der Kirche werde „dadurch schonungslos vor Augen geführt, wie sehr wir uns von weiten Teilen unserer Gesellschaft entfernt haben“. Viele Menschen verstünden nicht mehr, welche Bedeutung Glaube und Kirche für ihr persönliches Leben und für die Gesellschaft haben könnten, so Pfeffer. „Für mich ist das ein klarer Auftrag, dass wir unsere Arbeit und unser Wirken als Kirche mit noch größerer Selbstkritik hinterfragen müssen. Mit unserem Zukunftsbild versuchen wir das“, betont der Generalvikar und verweist auf das moderne Leitbild des Bistums. „Wir wollen eine Kirche sein, die in unserer Region interessant und berührend ist für alle Menschen. Jede und jeder, der an den christlichen Gott glaubt, soll bei uns ihren und seinen Platz finden“, gibt Pfeffer die Richtung vor.

Viele tausende haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter

Gleichzeitig warnt er vor Pessimismus. „Wir brauchen den Kopf nicht in den Sand zu stecken. Wir leben nun einmal in einer Zeit, in der große Organisationen und Institutionen kritisch gesehen werden und Menschen sich nicht mehr so selbstverständlich an sie binden wie in der Vergangenheit“, so Pfeffer. Umso ermutigender sei es doch, „dass nach wie vor erstaunlich viele Menschen mit uns auf dem Weg sind. Dabei denke ich nicht nur an die mehr als 800.000 Mitglieder unserer Kirche im Ruhrbistum. Beeindruckend finde ich immer wieder das Engagement der vielen tausend ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unseren Gemeinden, Verbänden, Krankenhäusern, Altenheimen oder den vielen anderen sozialen Einrichtungen unserer Kirche“, sagt der Generalvikar. Diese Menschen gehörten genauso zur Kirche, wie zum Beispiel die vielen Kinder und Jugendlichen, die katholische Schulen und Kindertagesstätten besuchten oder in den Jugendverbänden und -einrichtungen aktiv seien.

Allein die bistumsweit organisierten Verbände wie die Frauengemeinschaft kfd, der Sportverband DJK, die Caritas oder die im BDKJ organisierten Jugendverbände im Ruhrbistum zählen insgesamt rund 130.000 Mitglieder. Rund ein Viertel von ihnen engagiert sich zudem aktiv ehrenamtlich in den Verbänden.

Beliebte Schulen und Kindertagesstätten

Ausgesprochen beliebt sind nach wie vor die katholischen Schulen und Kindertagesstätten im Bistum Essen. 8150 Schülerinnen und Schüler (+132) besuchen im neuen Schuljahr die Bischöflichen Schulen im Ruhrbistum, zum Beispiel das Hildegardis-Gymnasium in Duisburg, die Jordan-Mai-Schule in Gladbeck oder das Schulzentrum am Stoppenberg in Essen. Dort werden sie von 755 Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet. In den gut 270 katholischen Kindertagesstätten des Kita-Zweckverbands wurden im vergangenen Jahr gut 16.700 Kinder betreut.

Stabiler Gottesdienstbesuch

„Wir sind eine tolle, starke und wunderbar vielfältige Gemeinschaft, mit der ich gerne gemeinsam unterwegs bin, um zu zeigen, was an Kraft und Reichtum in unserem Glauben steckt“, sagt Generalvikar Pfeffer. Dieser Reichtum drückt sich in der Statistik unter anderem in der Zahl der Gottesdienstbesucher aus: Knapp 70.500 Katholiken besuchen im Schnitt an einem Wochenende im Ruhrbistum eine Heilige Messe, der Anteil von 8,6 Prozent blieb im Vergleich zum Vorjahr nahezu stabil. Das gleiche gilt zum Beispiel auch für die Zahl der Erstkommunion-Kinder (5469), während die Zahl der Trauungen leicht auf 1282 zugelegt hat. (tr)

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