Bistum Essen feiert die dialogbereite Kirche des Konzils

Vor 50 Jahren eröffnete die Konzilserklärung „Nostra Aetate“ das Gespräch mit anderen Religionen. Festakt im Bischöflichen Generalvikariat.

Vor 50 Jahren eröffnete die Konzilserklärung „Nostra Aetate“ das Gespräch mit anderen Religionen. Festakt im Bischöflichen Generalvikariat.

Sein 50jähriges Jubiläum feiert in diesen Tagen das kürzeste Dokument des Zweiten Vatikanischen Konzils, „Nostra Aetate“ – „In unserer Zeit“. Bei einer Festveranstaltung zu diesem Jubiläum im Bischöflichen Generalvikariat Essen wurde dem Text über die Haltung der katholischen Kirche zu den nichtchristlichen Religionen am Mittwochabend visionärer Weitblick zuerkannt.

Das Dekret „Nostra Aetate“ wurde im Jahr 1965 als radikaler Neuanfang der Kirche im interreligiösen Dialog betrachtet, weil die katholische Kirche hier nach 2000 Jahren ihres Bestehens erstmals anerkannte, dass auch andere Religionen Wichtiges und Wahres über Gott sagen: „Einen Strahl von jener Wahrheit, die alle Menschen erleuchtet“.

Dr. Andreas Renz, Leiter des Fachbereichs Dialog der Religionen im Erzbistum München, nannte in seinem Festvortrag die Bereitschaft der Kirche, sich in Dialog mit anderen Religionen, der Gesellschaft und der Wissenschaft zu begeben, eine der wichtigsten Aufgaben, die sich aus dem Konzil ergeben haben. In kaum einem anderen Feld habe die Kirche den Anspruch des Konzils entschlossener zu erfüllen versucht als im Dialog mit anderen Religionen, insbesondere dem Judentum.

Der Text „Nostra Aetate“ gelte als eine „Kopernikanische Wende“, als fundamentaler Umbruch der Kirche hin zu den nichtchristlichen Religionen, sagte auch der Essener Weihbischof Wilhelm Zimmermann in seinem Grußwort. Viele Textaussagen nähmen auf prophetische Art voraus, was heute alltäglich in der Welt geschehe: Die Globalisierung und das Zusammenrücken der Nationen und Religionen, deren gemeinsame Suche nach Werten und nach Frieden, aber auch Gefahren wie Verfolgung und Diskriminierung. Für das Bistum Essen habe „Nostra Aetate“ besondere Wichtigkeit, weil hier viele Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Religion miteinander lebten, sagte Weihbischof Zimmermann, der für das Bistum den interreligiösen Dialog verantwortet. (cs)

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