Bischof Overbeck zu Gast beim Oberhausener Entsorger WBO

Ruhrbischof Overbeck hat am Donnerstag die Wirtschaftbetriebe Oberhausen besucht. Dort ist der Kevelaerer Diakon Daniel Kotara als Betriebsleiter des Bereichs Entsorgung tätig.

Betriebsleiter des Unternehmens ist katholischer Diakon

„Um das Wasser von oben kümmert sich Petrus, ab dann übernehmen wir“ – mit flotten Sprüchen werben die Wirtschaftsbetriebe Oberhausen (WBO) für ihre Dienstleistungen rund um die Abwasserkanäle, bei der Abfallentsorgung sowie im Bereich Straßenbau und -reinigung der 210.000-Einwohner-Stadt. Am Donnerstag hat Ruhrbischof Dr. Franz-Josef Overbeck das 1995 als Gemeinschaftsunternehmen der Stadtwerke Oberhausen (Stoag) und des privaten Entsorgers Remondis gegründete Unternehmen besucht. Rund 400 Männer und Frauen kümmern sich vom WBO-Gelände in Sichtweite der Oberhausener Müllverbrennungsanlage aus darum, dass zum Beispiel jährlich gut 54.000 Tonnen Haus- oder knapp 11.000 Tonnen Sperrmüll eingesammelt und fachgerecht entsorgt werden – oder dass die Straßenschäden, die täglich eigens eingesetzte „Begeher“ irgendwo in Oberhausen entdecken, zügig repariert werden.

Bei einem Rundgang über den Betriebshof, durch die Lkw-Werkstatt, vorbei am großen Salz-Depot für den Winter und durch das große Schilder-Lager zeigte sich Overbeck vor allem von der sozialen Seite des Unternehmens beeindruckt. Sowohl die beiden Geschäftsführer Maria Guthoff und Karsten Woidtke als auch der Betriebsrats-Vorsitzende Wolfgang Craemer hatten zuvor das grundsätzlich konstruktive und harmonische Miteinander zwischen Belegschaft und Management betont. Trotz der privaten Beteiligung an der WBO wird die Belegschaft nach wie vor nach dem Tarifvertrag des Öffentlichen Dienstes bezahlt. Dennoch ist das Unternehmen so gut aufgestellt, dass es im umkämpften Entsorgungsmarkt zum Beispiel regelmäßig die Ausschreibung für das Einsammeln des Oberhausener Verpackungsmülls in den gelben Tonnen oder Säcken gewinnt. „Ich bin froh, dass Sie sich streiten – und ich bin froh, dass Sie beieinander sind“, sagte Overbeck Betriebsrat und Geschäftsführung und wünschte weiterhin einen stets produktiven Dialog. Es sei gut, „dass wir eine sozial geführte Marktwirtschaft haben, für die Sie mit einem Joint-Venture zwischen öffentlicher und privater Wirtschaft sehr gut einstehen“, würdigte der Bischof das Unternehmen und hob gerade dessen Engagement für gute und vielfältige Berufsausbildungen hervor.

Mit Blick auf die Entsorgungsbranche lenkte Overbeck den Blick auf die jüngste Enzyklika, in der sich Papst Franziskus ausdrücklich für die Bewahrung der Schöpfung ausgesprochen hatte. Er erwarte, dass der Bereich der Müll-Entsorgung, „in Zukunft noch bedeutsamer wird, gerade wenn ich an die zunehmende Verstädterung der Welt denke“, so Overbeck.

Betriebsleiter Daniel Kotara: Gelernter Müllerwerke und Diakon

Entstanden war die Idee des Betriebsbesuchs durch die Kontakte des Oberhauseners Hermann-Josef Schepers, Vorsitzender der Katholischen Arbeitnehmer Bewegung (KAB) im Ruhrbistum. Mit Daniel Kotara, Betriebsleiter Entsorgung, gab es für Bischof Overbeck aber auch einen persönlichen Kontakt zur WBO. Kotara ist in seiner Heimat Kevelaer als Diakon tätig – und Overbeck kennt ihn aus seiner Zeit als Verantwortlicher für die Ausbildung der Diakone im Bistum Münster. Kotara ist erst seit 2013 bei den WBO tätig. Nach 23 Jahren bei einem anderen Entsorger hat er dort mit 55 Jahren als Betriebsleiter gekündigt, „weil die Vorgaben der Geschäftsführung dort einfach nicht mehr mit meinem Gewissen zusammen gepasst haben“. Von heute auf morgen stand er, selbstgewählt, auf der Straße – und fing kurz darauf in Oberhausen an, weil die WBO einen Betriebsleiter suchten. „Das war für mich eine Gottesfügung“, sagt der gelernte Müllwerker heute geradeheraus. Jetzt koordiniert er werktags in Oberhausen die Müllabfuhr – und steht abends und am Wochenende in der St. Antonius-Gemeinde des niederrheinischen Pilgerorts am Altar, besucht Tauf-Familien und alte Leute oder betreut die Messdiener-Gruppen.

Wenn Kotara zum Dienst kommt „gebe ich mein Diakonat nicht an der Pforte ab“, sagt er. „Ich versuche, meinen christlichen Glauben hier in meine Arbeit zu tragen.“ Das heiße aber nicht, dass „ich hier der christliche ,Softie‘ bin“, so Kotara – das hätten seine Mitarbeiter gleich am Anfang lernen müssen. Egal ob im Führerhaus oder an den Müllcontainern, ihrem Betriebsleiter macht kein Oberhausener Müllwerker etwas vor. Und wenn es mal personell eng wird, streift sich Kotara notfalls selbst den Overall über und packt beim Sperrmüll mit an. (tr)

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