Bischof Overbeck wirbt für Wertediskussion in Deutschland

Beim Essener "Stadtgespräch" stellte sich der Ruhrbischof am Dienstagabend den Fragen des früheren Chefredakteurs der Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung, Dr. Richard Kießler.

Ruhrbischof zu Gast beim Essener „Stadtgespräch“

Angesichts der vielen Veränderungen in der Gesellschaft hat Ruhrbischof Dr. Franz-Josef Overbeck am Dienstagabend in Essen für eine Diskussion über die gemeinsame Wertebasis geworben. „Wir müssen darüber sprechen, was unsere Gesellschaft im Innersten zusammenhält“, sagte Overbeck. Dies sei auch nötig, weil die Kirchen als traditionelle Sinnstifter in der deutschen Gesellschaft mittlerweile nur noch Anbieter „in einem sehr pluralen Umfeld“ seien. Auch zur Integration der vielen Zuwanderer in Deutschland sei eine stabile Wertebasis wichtig, so der Bischof bei der Veranstaltung „Stadtgespräch“. Auf dem Podiums des „Chorforums“, der früheren St. Engelbert-Kirche, interviewte der frühere Chefredakteur der Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung, Dr. Richard Kießler, den Ruhrbischof.

Overbeck geht nicht davon aus, dass der Zustrom der Flüchtlinge in absehbarer Zeit nachlässt. Er warb dafür, dass sich Deutschland gerade in den Staaten des westlichen Balkans für bessere Lebensverhältnisse einsetzt, um die Menschen dort zum Bleiben zu motivieren. Dennoch werde es weiterhin viele Menschen geben, „die zu uns kommen und lange bei uns bleiben werden“, sagte der Bischof. Mit Blick auf den Fachkräftemangel in Deutschland betonte er auch die positive Seite der Zuwanderung: „Viele Mittelständler sagen mir, dass sie diese jungen Menschen sehr gerne einstellen und ausbilden würden.“

Seine zurückhaltenden Äußerungen zu dem von Papst Franziskus geforderten weltweiten Ausstieg aus der Kohle- und Gas-Verbrennung sieht Overbeck nicht als einen grundsätzlichen Widerspruch. Nach der Umwelt-Enzyklika „Laudato Si“ des Papstes hatte der Ruhrbischof vergangene Woche bei einer Diskussion in der Katholischen Akademie „Die Wolfsburg“ in Mülheim für eine differenzierte Sichtweise geworben. Beim „Stadtgespräch“ verwies er jetzt auf das Ruhrgebiet und den für 2018 geplanten Steinkohle-Ausstieg. „Wenn vor 50 Jahren jemand das gleiche gefordert hätte, hätte er hier dafür auch keinen Beifall erhalten.“ (tr)

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