Bischöfe diskutieren Kirchenasyl - und Social Media

Bei der Frühjahrsvollversammlung in Hildesheim war neben großer Politik auch der Umgang der Kirche mit den Sozialen Medien ein Thema. Das Bistum Essen präsentierte das Zusammenspiel des gedruckten Bistumsmagazins BENE mit der Internetseite und die Aktivitäten des Bistums in den verschiedenen Sozialen Netzwerken.

Bistum Essen präsentierte seine Aktivitäten in den Sozialen Netzwerken

Die katholischen Bischöfe in Deutschland haben ihr Frühjahrstreffen in Hildesheim mit einem Bekenntnis zum Kirchenasyl beendet. „In Absprache mit den Behörden“ habe diese Praxis stets ohne Probleme funktioniert, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, am Donnerstag. Auch die Krisen im Nahen Osten und in der Ukraine waren Themen der viertägigen Zusammenkunft. Bei einem eigenen Studientag haben sich die Bischöfe zudem mit dem Umgang der katholischen Kirche mit den Sozialen Medien befasst. Hier haben Vertreter des Bistums Essen am Beispiel des Bistumsmagazins BENE erläutert, wie das Zusammenspiel der gedruckten Zeitschrift mit der Internetseite funktioniert, und die Aktivitäten des Bistums in den verschiedenen Sozialen Medien präsentiert.

Mit Blick auf die jüngsten Gespräche zwischen Kirchenvertretern und Politikern über das Thema Kirchenasyl sprach Marx von ermutigenden Signalen. Zuvor war bekanntgeworden, dass beide Seiten über die Schaffung einer „Clearingstelle“ nachdenken. Einzelheiten dazu sollen in den kommenden Tagen vorgestellt werden.

Mit Sorge verfolgen die Bischöfe die Entwicklungen in Syrien, dem Irak und der Ukraine. Sie forderten die Staatengemeinschaft zu einem energischen Eingreifen gegen den Terror des „Islamischen Staates“ (IS) auf. Verhandlungen mit der Gruppe seien „offenbar sinnlos“. Die Entwicklung nehme dramatische Formen an, sagte der Kardinal mit Blick auf die Enthauptung von 21 Christen in Libyen und die Entführung von mutmaßlich mehr als 250 Christen im Norden Syriens.

Ausdrücklich würdigte der Bischofskonferenz-Vorsitzende den Einsatz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für einen Frieden in der Ukraine. Das Wichtigste in der aktuellen Lage sei, dass die Waffen schweigen. Dazu habe die Kanzlerin mit beachtlichem persönlichen Engagement beigetragen.

Marx kündigte an, dass sich die Kirche stärker in die Debatte um die Folgen des digitalen Wandels einbringen wolle. Zugleich rief er dazu auf, keine Scheu vor diesem Wandel zu haben. Die neue Welt der Sozialen Medien sei keine Bedrohung, so der Kardinal. Facebook und Co ermöglichten stattdessen, Menschen miteinander in Beziehung zu bringen.

Bis 2016 wollen die katholischen Bistümer in Deutschland laut Marx größtmögliche Transparenz in Finanzfragen herstellen. Dann würden sämtliche Diözesen „jährlich über den Stand ihres Vermögens nach anerkannten Standards informieren“. Das Bistum Essen legt seine Finanzen bereits seit mehreren Jahren in einem eigenen Haushaltsbericht offen.

Zum zweiten Mal binnen kurzer Zeit ist die katholische Basis aufgerufen, Fragen der Weltbischofssynode in Rom zum Thema Familie und Sexualität zu beantworten. Das muss bis 13. März geschehen. Danach werden Fachleute die Antworten sichten und zu einem Dokument verarbeiten. Dieses soll bis zum 15. April nach Rom übermittelt und anschließend von der Bischofskonferenz publiziert werden. Auch Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck hat alle Gläubigen eingeladen, an der Beantwortung des Fragebogens mitzuwirken.

Zuvor hatten die Bischöfe ihre Delegierten für die im Herbst anstehende Synode in Rom gewählt. Neben Marx sind dies der Vorsitzende der Pastoralkommission, der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode, und Familienbischof Heiner Koch aus Dresden. (KNA/tr)

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