Barocke Musik im Residenzsaal

Ausschnitte aus der Oper „Talestri“ kamen am ersten Novembersamstag im Borbecker Schloss zur Aufführung. Der besondere Opernabend war ein Kooperationsprojekt im Rahmen der internationalen Tagung "Frauen bauen Europa".


Folkwangschülerinnen und Schüler überzeugten mit Oper „Talestri“

Ausschnitte aus der Oper „Talestri“ kamen am ersten Novembersamstag im Borbecker Schloss in einer Aufführung von Folkwang- Schülerinnen und -Schülern unter der Leitung von Professor Christian Rieger zur Aufführung. Der besondere Opernabend war ein Kooperationsprojekt im Rahmen der internationalen Tagung "Frauen bauen Europa" der Katholischen Akademie des Bistums Essen "Die Wolfsburg", der Folkwang Universität der Künste, Schloss Borbeck und Ruhr.2010.

Die Oper "Talestri, Regina delle amazzoni" entstand am Dresdener Hof zu einer Zeit, als die Hofoper zum festen Bestandteil des Kulturlebens an deutschen Höfen gehörte. Die Komponistin Maria Antonia Walpurgis Symphorosa, geborene Prinzessin von Bayern (1724-1780), zählt zweifellos zu den vielseitig begabtesten Frauen des 18. Jahrhunderts. 1747  heiratete sie den Kurprinzen Friedrich Christian, einen Bruder der späteren Essener Äbtissin Maria Kunigunde.

Angeregt durch das hohe künstlerische Niveau der Hofkapelle und ihres Kapellmeisters Johann Adolf Hasse setzte Maria Antonia dort ihre musikalische Ausbildung in Gesang, Komposition und Instrumentalspiel fort. Doch die künstlerischen Ambitionen der siebenfachen Mutter beschränkten sich nicht nur auf die Musik. Pietro Metastasio, damals der berühmteste Opernlibrettist, stand ihr beim Abfassen zahlreicher dichterischer Werke mit Rat und Tat zur Seite. Aus dem Unterricht beim Dresdener Hofmaler Anton Raphael Mengs gingen viele Gemälde hervor. Maria Antonias musikalisches Schaffen gipfelt in ihren beiden Opernkompositionen „Il trionfo della fedeltà“ (1754) und "Talestri, Regina delle amazzoni" (1760).

Sie komponierte nicht nur die Oper und verfasste die Texte, sondern tat sich auch als Interpretin der Titelrolle hervor. Neben sie trat als weitere Sängerin ihre jüngste Schwägerin Maria Kunigunde, die spätere Fürstäbtissin von Essen. Deshalb fanden die Ausschnitte aus „Talestri“ im Borbecker Residenzsaal durchaus den richtigen Aufführungsrahmen. 

Die Auffführung der Folkwang-Schülerinnen und –Schüler erhielt großen Beifall. Als Talestri begeisterten Gesa Mertens (Sopran) genauso wie Nadja Wuchinger (Sopran) als Oronte. Talestris Schwester Antiope gab meisterlich die Mezzosopranistin Inga Schäfer. Als vierte Frauenrolle des Amazonenstücks  überzeugte Migena Giata (Sopran) als Oberpriesterin Tomiri. Als Instrumentalisten glänzten Gergana Petrova und Tsvetomir Tsankov (Violine), Rosa Canellas (Violoncello), Seulki Bae (Clavier) und Christian Rieger (Clavier und Leitung).
Viele Konzertbesucher fragten sich, warum die Musik von Maria Antonia nicht häufiger zur Aufführung komme. Verdient hätte ihre Musik es, die beileibe kein kurioser Exot ist, sondern eine Komposition auf hohem Niveau. (gedo/do)

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