Barmherzigkeit: Nicht reden, sondern machen

Der Begriff der Barmherzigkeit im Christum und Islam stand im Mittelpunkt einer Podiumsdiskussion mit dem Kölner Erzbischof Kardinal Woelki und dem muslimischen Theologen Professor Khurchide in der Akademie "Die Wolfsburg". Konsens des Abends war es, Barmherzigkeit konkret zu leben und nicht nur darüber zu sprechen.

Podiumsdiskussion zur Barmherzigkeit im Christentum und Islam

Barmherzigkeit konkret zu leben und sie nicht nur theologlisch und philiosophisch richtig einzuordnen, dazu rief der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki bei der Podiumsdiskussion „Gott ist ein Gott der Barmherzigkeit“ in der Katholischen Akademie „Die Wolfsburg“ in Mülheim auf. Gemeinsam mit dem muslimischen Theologen Professor Dr. Mouhanad Khorchide näherte sich Woelki dem Begriff der Barmherzigkeit, der sowohl im Christentum wie auch im Islam eine zentrale Bedeutung habe. „Wir müssen als Christen und Muslime gemeinsam die Stimme gegen Unbamherzigkeiten in unserer Gesellschaft erheben“, so der Kardinal. So sei es notwendig, sich derzeit der Not der zahlreichen Menschen, die auf der Flucht sind, anzunehmen und ihnen beizustehen. So könnten Christen wie auch Muslime gemeinsam ein konkretes Zeichen der Barmherzigkeit setzen und eine „Brücke der Verständigung“ bauen. Die Erfahrungen, die Woelki während seiner Amtszeit in Berlin gemacht habe, hätten deutlich gezeigt, dass das „Christentum keine Couch-Potato-Religion“ sei, in der man sich nur auf das „bequeme Gemeindesofa setzen könne“. Vielmehr sei es wichtig, sich der „politischen Sprengkraft“ des Evangeliums bewusst zu sein und in der Gesellschaft barmherzig zu wirken.

Auch nach islamischem Verständnis sei die Barmherzigkeit nicht abstrakt zu sehen, sondern solle für die Menschen konkret erfahrbar sein, erklärte Khorchide. Der muslimische Theologe leitet das Zentrum für islamische Studien an der Universität Münster und hatte mit seinem 2012 veröffentlichten Buch „Islam ist Barmherzigkeit" eine Vision eines modernen und aufgeklärten Islams vorgelegt. Barmherzigkeit lasse sich nach muslimischem Verständnis in mehrere Dimensionen unterteilen. So zeige sie sich unter anderem in der Liebe Gottes, mit denen er die Menschen „zur ewigen Gemeinschaft“ einlade. „Der Koran ist ein Liebesbrief“, unterstrich Khorchide, und in dieser Liebe zeige sich die Verbundenheit zwischen dem Islam und dem Christentum. „Wir sprechen von einem Gott, einem Gott der Liebe und der Barmherzigkeit“. (ja)

Pressestelle Bistum Essen

Zwölfling 16
45127 Essen

0201/2204-266

0201/2204-507

presse@bistum-essen.de

Presse