Babyfenster: Eine letzte Option im Notfall

Babyfenster und -klappen sind nicht unumstritten. Der „Essener Babyfenster e.V.“ und der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF),gemeinsame Betreiber des Essener Babyfensters, sehen sich durch eine Studie des Deutschen Jugendinstitutes in ihrer Arbeit bestätigt.



Essener Babyfenster sieht sich durch Studie bestätigt

Die Existenzberechtigung von Babyfenstern/-klappen bestätigt eine neue Studie des Deutschen Jugendinstitutes (DJI) zum Thema vertrauliche Geburt und Babyfenster und fordert gleichzeitig eine gesetzliche Regelung, die bundesweite Standards für solche Einrichtungen festlegt. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder kündigte ein entsprechendes Gesetz an.

Der „Essener Babyfenster e.V.“ und der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) in Essen, gemeinsame Betreiber des Essener Babyfensters, zeigen sich erfreut über die Studie: „Letztlich werden alle Forderungen, die dort aufgestellt werden, in Essen bereits erfüllt“, sagt Björn Enno Hermans, Geschäftsführer des SkF. Durch ein Gesetz würden Einrichtungen aus der rechtlichen Grauzone geholt.

Das Babyfenster ist Teil eines großen Netzwerks von Angeboten, die Schwangeren und jungen Müttern in Not helfen sollen. Dazu gehören Schwangerschaftsberatung, Adoptionsvermittlungsstellen, eine 24-Stunden-Hotline und Mutter-Kind-Einrichtungen. Hermans betont, dass das Babyfenster die schlechteste aller Optionen sei, dass betroffenen Frauen vorrangig Alternativen aufgezeigt werden müssten. Das Babyfenster bleibe eine „wirkliche ultima ratio“.

Die Studie war in Auftrag gegeben worden, nachdem der Deutsche Ethikrat sich mehrheitlich gegen Babyfenster und die Praxis der anonymen Geburt ausgesprochen hatte. Der Essener Weihbischof Franz Vorrath wies die Kritik am Babyfenster zurück. Dieses sei das jüngste Glied einer langen Kette von Hilfen für Kinder, die allein keine Chance hätten, und ein „Fenster zum Leben“.

Seit 2001 wurden 14 Kinder im Essener Babyfenster abgelegt, von denen eines im letzten Jahr zu seiner Mutter zurückgeführt werden konnte. Um die Betreuung des Babyfensters kümmern sich 40 ehrenamtliche Helfer. (jsb)

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