Altfrid-Fest im Essener Dom

Mit einem Pontifikalamt und einem Festhochamt feiert der Essener Dom am Samstag, 15., und Sonntag, 16. August, den Gedenktag des Heiligen Altfrid, Mitbegründers von Stadt und Stift Essen, und das Hochfest Mariä Himmelfahrt.

Altfrid-Bruderschaft nimmt erstmals eine Frau auf 

Am Samstag, 15. August, – Mariä Himmelfahrt – jährt sich der Todestag des Heiligen Altfrid zum 1140. Mal. Zu Ehren des (Mit-)Begründers von Stadt und Stift Essen und aus Anlass des Hochfestes der Aufnahme Mariens in den Himmel feiert Weihbischof Ludger Schepers am Samstag um 18.30 Uhr ein Pontifikalamt im Dom. Am Ende des Gottesdienstes wird der Schrein mit den Reliquien des Heiligen Altfrid aus der Krypta erhoben und auf den Stufen des Altares zur Verehrung ausgestellt. Musikalisch gestaltet die Choralschola der Domsingknaben die Feier.

Den eigentlichen Festtag des Heiligen Altfrid, den 16. August, feiert der Dom am Sonntag um 10 Uhr mit einem Festhochamt, den Dompropst Thomas Zander zelebriert. In diesem Gottesdienst nimmt zudem die St.-Altfrid-Bruderschaft vier neue Mitglieder in ihre Reihen auf. Mit Susanne Schwenn aus der St. Barbara-Gemeinde in Essen-Kray ist erstmals auch eine Frau dabei. 17 Mitglieder der St.-Altfrid-Bruderschaft zeigen derzeit regelmäßig während der Öffnungszeiten im Dom Präsenz und stehen als Ansprechpartner für Besucher bereit. Die musikalische Gestaltung des Festhochamts übernimmt der Essener Domchor mit der „Missa tertia für Chor und Orgel“ von Lajos Bardos. Nach der Messe werden die Altfrid-Reliquien wieder in die Krypta zurück gebracht.

Bischof und Friedensdiplomat

Altfrid wurde um das Jahr 800 geboren. Er stammt aus einem angesehenen sächsischen Adelsgeschlecht und erhielt eine gute Erziehung, vermutlich in den Klöstern von Fulda oder Corvey. Um 850 gründete Altfrid mit einer Gruppe sächsischer Adliger auf seinem Hofgut Astnide das Stift Essen – eine religiöse Frauengemeinschaft, die über Jahrhunderte das geistliche und politische Leben in der Region bestimmte. Erste Äbtissin wurde Altfrids Schwester Gerswid. 851 wurde Altfrid zum vierten Bischof von Hildesheim ernannt. Als Berater und Gesandter König Ludwigs des Deutschen erlangte er politischen Einfluss, war als Unterhändler und Friedensstifter zwischen dem West- und Ostfrankenreich tätig. Groß war seine Sorge um Klöster und die Bildung des Klerus. Er ist Begründer des Hildesheimer Doms (1. November 872) und der ersten Kirche in Essen, die dem heiligen Quintinus geweiht und erst 1817 abgerissen wurde – heute erinnert neben dem Dom die Gasse „An St. Quintin“ an dieses Gotteshaus. Altfrid starb am 15. August 874 und wurde auf seinen Wunsch in der von ihm errichteten Stiftskirche zu Essen bestattet. Heute ist die frühere Stiftskirche der Essener Dom und die Kathedralkirche des 1958 gegründeten Ruhrbistums. (tr)

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