"Alles hat seine Zeit"

"Lassen Sie sich von Gottes Hand tragen", wünschte Prälat Dr. Hans-Werner Thönnes der scheidenden Direktorin des Duisburger St.-Hildegardis-Gymnasiums. Nach 14 Jahren wurde Ursula Bücking in den Ruhestand verabschiedet.

Ursula Bücking nahm Abschied vom Hildegardis-Gymnasium

Sie ist keine Freundin großer Worte, und sie mag die leisen Töne. In ihrer Zeit als Direktorin des St. Hildegardis-Gymnasiums in Duisburg handelte sie stets pragmatisch und mit viel Einfühlungsvermögen und Verständnis für ihre Schülerinnen. Ursula Bücking , die jetzt nach 14 Jahren aus ihrem Amt in den vorzeitigen Ruhestand verabschiedet wurde, wünschte sich keinen großen Aufwand und keine großen Reden.

Große Abschiedszeremonien sind nicht ihr Ding. Dass sie „schweren Herzens“, aufgrund einer Erkrankung, die Schule verlässt und ihr der „tägliche Kontakt“ zu den Schülerinnen fehlt, schreibt sie in einem persönlichen Brief an jeden ihrer rund 800 Schützlinge. „Alles hat seine Zeit“, heißt es dort. Und auch wenn es zu Veränderungen in der Schulleitung komme, so bleibe das Wichtigste der Schule erhalten, „eine gute schulische Bildung und das Gefühl von Geborgensein“. Sie schließt ihren Brief mit Zeilen aus einem Gedicht von Ulrich Schaffer „Wege“: „Alles ist Weg, wenn du bewusst lebst. Alles ist Weg. Wenn Du nicht stillstehst.“

Auf den ganz besonderen Lebensweg Ursula Bückings und auf die individuellen „Facetten ihrer Persönlichkeit“ ging auch Prälat Dr. Hans-Werner Thönnes, der Ständige Vertreter des Diözesanadministrators im Bistum Essen, in seiner Laudatio ein. „Wir alle wissen, dass Sie sich keine offizielle Verabschiedung gewünscht haben, aber Generalvikare müssen manchmal ungehorsam sein“, witzelte Thönnes. Denn alles habe seine Stunde: eine Zeit zum Schweigen und eine Zeit zum Reden.

Eine „echte“ katholische Karriere hat Ursula Bücking in ihrem Leben durchlaufen. Ihre Schulzeit führte sie nach dem Besuch der Katholischen Dürerschule an das Mädchengymnasium Borbeck. Nach Abitur und Studium an der Universität Essen wurde sie Studienrätin für die Fächer Englisch und Sozialwissenschaften am B.M.V.-Mädchengymnasium der Augustiner Chorfrauen aus der Congregatio Beatae Mariae Virginis in Essen-Holsterhausen. Am 1. Februar 1995 dann ernannte Bischof Dr. Hubert Luthe sie zur Direktorin des St. Hildegardis-Gymnasiums in Duisburg.

Die Beendigung eines Lebensabschnittes, so betonte Prälat Dr. Thönnes, bedeute auch den Beginn eines Neuen - „eine Zeit zum Niederreißen und eine Zeit zum Bauen“. Für die Zukunft wünschte er der scheidenden Direktorin Gottes Beistand und seinen Segen: „Lassen Sie sich von Gottes Hand tragen“.

Der Abschied von Ursula Bücking fand im Rahmen des traditionellen Adventskonzerts des Hildegardis-Gymnasiums statt. In jedem Jahr präsentieren die Chöre der Schule und das Schul-Orchester ein internationales Kirchenkonzert - diesmal in der Liebfrauenkirche am König-Heinrich-Platz. Eine Besonderheit am St. Hildegardis Gymnasium ist der Schüler-Eltern-Lehrer-Chor, kurz „SEL-Chor“, der nur einmal im Jahr auftritt. Alle Sängerinnen und Sänger in einem "Fernkurs im Chorsingen": sie erhalten die Noten und eine CD zum Üben, so dass nach wenigen Proben die Stücke aufführungsreif sind. Ursula Bücking fand immer besonderen Gefallen an diesem Chor und beteiligte sich von Beginn an mit Begeisterung.

Für ihre große Liebe, die Musik, hat Ursula Bücking jetzt wieder mehr Zeit. Zeit, Konzerte zu besuchen und Zeit, in aller Ruhe zu genießen. Aber vielleicht auch Zeit, um beim nächsten Weihnachtskonzert wieder im SEL-Chor mit dabei zu sein. (ga/mi)

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