Ärger über frühen Weihnachtsrummel

Immer mehr Menschen empfinden allzu frühen Advents- und Weihnachtsrummel als Ärgernis. Doch es gibt auch Alternativen zu Kitsch und Kommerz.

Immer mehr Menschen empfinden allzu frühen Advents- und Weihnachtsrummel als Ärgernis. "Weihnachten kommt nicht nur jedes Jahr früher, kommerzieller und inhaltsleerer daher, es setzt auch viele Menschen unter Druck", sagte der Vorstandsvorsitzende des ökumenischen Vereins "Andere Zeiten", Pastor Hinrich C. G. Westphal, am Mittwoch in Hamburg. "Wenn die ganze Gesellschaft zu einem strahlenden Kaufhaus wird, fallen wir hinten runter", sei etwa von Menschen zu hören, die auch in Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise arm seien, so der Theologe. Er äußerte sich bei der Vorstellung der 15. Aktion "Der Andere Advent".

Umso größer werde das Bedürfnis, einen alternativen Advent ohne Kitsch und Kommerz zu erleben, sagte Westphal. Entsprechend rechne der Verein mit einer Rekordauflage seines Kalenders "Der Andere Advent" von rund 350.000 Exemplaren. Er startete vor 15 Jahren mit einer Auflage von 4.000 Exemplaren. In diesem Jahr seien bereits 120.000 Stück ausgeliefert worden, sagte "Andere Zeiten"-Sprecherin Iris Macke. Die ökumenische Initiative geht davon aus, dass der Kalender rund 800.000 Menschen in 42 Ländern erreicht. Ab 28. November eröffne der Verein zudem ein Internetforum zum Advent, bei dem es in den Vorjahren Tausende von Einträgen gab.

Für die Gedichte, Geschichten, Gebete, Fotos und Illustrationen zum Nachdenken, Meditieren und Schmunzeln sollen sich die Leser täglich zwölf Minuten Zeit nehmen, empfahl Westphal. Unter den Autoren sind diesmal Dorothee Sölle, Bertolt Brecht, Luise Rinser, Jörg Zink, Ulla Hahn, Max Frisch und Konstantin Wecker. Der DIN-A4-Kalender, der vom 28. Dezember bis 6. Januar reicht, solle die Vorfreude auf den Trost der heiligen Nacht, nicht aber auf den Schein einer heilen Welt bringen, so der Pastor. "Vorfreude kann nicht langgezogen werden wie ein Kaugummi. Irgendwann zerreißt sie", sagte der 65-jährige Ideengeber des Kalenders, der mit der aktuellen Ausgabe das Amt des "Andere Zeiten"-Chefredakteurs niederlegt. Seine Nachfolge übernimmt ab Donnerstag Propst Henning Kiene (50). (KNA)

Hinweis: Der Kalender liegt auch in Blindenschrift vor und kostet 7,50 Euro plus Versandkosten. Näheres unter www.anderezeiten.de

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