von Thomas Rünker

4000 Katholiken feierten Freiluft-Messe im Niederrhein-Stadion

Zum Abschluss des Oberhausener Katholikentags diskutierten die Gläubigen am Samstag in der Innenstadt und beteten am Sonntag im Niederrhein-Stadion. Insgesamt neun Tage Programm mit rund 50 Veranstaltungen

Einzug durch den Spielertunnel

Wo sonst Rot-Weiß-Oberhausen um Punkte im Fußball kämpft, haben am Sonntag rund 4000 Katholiken gebetet, gesungen und gefeiert. Im Niederrheinstadion haben sie mit einem festlichen Gottesdienst und einem anschließenden Fest den Oberhausener Katholikentag beendet. Allein rund 250 Messdienerinnen und Messdiener aus ganz Oberhausen zogen gemeinsam mit Stadtdechant Dr. Peter Fabritz und zahlreichen anderen Priestern zu Beginn der Messe durch den Spielertunnel ins Stadion. Ein eigens gegründeter Projektchor sowie der Chor „S(w)ing and Praise“ aus St. Peter sorgten für die musikalische Gestaltung dieses ungewöhnlichen Gottesdienstes.

Rund 50 Veranstaltungen

Zuvor hatte es bei rund 50 Katholikentags-Veranstaltungen eine Woche lang in allen Oberhausener Pfarreien Gebete, Diskussionen, Ausstellungen, Konzerte, Kabarett, Kulinarisches und Exkursionen gegeben. Im Fokus stand dabei immer wieder die Frage, wie sich die kleiner gewordene Schar der Christen in Oberhausen selbst sieht – und was andererseits die Stadt von den Katholiken als nach wie vor große gesellschaftliche Gruppe erwartet.

Zahlreiche Verbände, Einrichtungen und Gruppen auf dem Altmarkt

Diese Fragen bildeten auch den inhaltlichen Rahmen des Fests am Samstag auf dem Oberhausener Altmarkt. Dutzende Verbände, Einrichtungen und Gruppen hatten auf dem zentralen Platz vor der Herz-Jesu-Kirche ihre Stände aufgebaut und präsentierten den Besuchern ihre Arbeit. Als prominenter Gast beglückwünschte der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZDK), Prof. Thomas Sternberg, bei seiner Rede auf dem Altmarkt die Oberhausener zu ihrem Katholikentag. Der Katholikentag sei ein gutes Beispiel für das Prinzip der Subsidiarität, das nach Sternbergs Ansicht entscheidend für die Zukunft der Kirche ist: „Nicht erst fragen: darf ich das? Sondern selber tun, selber anpacken“, so Sternberg. Er ermunterte die Oberhausener dazu, trotz aller Struktur- und Zukunftsfragen als Kirche ein Teil der Gesellschaft zu bleiben. Die Kirche müsse „in der Welt sein“.

Drei Katholikentags-Foren

Wie das konkret geschehen kann, diskutierten die Teilnehmer anschließend in drei Foren. Beim Forum „Wirtschaftliche Impulse und soziale Herausforderungen“ forderten Vertreter aus Politik und Verwaltung die Kirche auf, sich trotz aller Sparprozesse nicht aus der Fläche zurückzuziehen. Zu groß seien gerade in Oberhausen die sozialen Herausforderungen, bei deren Bewältigung die Kirche ein wichtiger Partner sei. Wie eng der Kontakt zwischen Kirchengemeinden und Stadt auch beim Thema Stadtentwicklung ist, wurde beim zweiten Katholikentags-Forum deutlich. Oberhausens Dezernentin für ökologische Stadtentwicklung, Sabine Lauxen, berichtete von den Gesprächen mit katholischen und evangelischen Kirchengemeinden, in denen die Umstrukturierungen von Gemeinden und die Stadtentwicklung aufeinander abgestimmt und die Stadt ihrerseits auch die Gemeinden unterstützen könne. Eine große Einigkeit mit Blick auf die Situation Oberhausens und die verschiedenen dort beheimateten Glaubensgemeinschaften wurde beim ökumenischen und interreligiösen Gespräch im dritten Forum deutlich. Neben der Verabredung, weiter in einem intensiven Dialog bleiben zu wollen, gab es hier auch die konkrete Idee, sich künftig im Rahmen einer „Abrahams-Tafel“ nicht nur im Gespräch, sondern auch bei einem gemeinsamen Mahl einander zu nähren.

„Oberhausener Erklärung“ als Leitbild der Stadtkirche

In einer „Oberhausener Erklärung“ formulierten Stadtdechant Fabritz und Katholikenrats-Vorsitzender Thomas Gäng anschließend für die Stadtkirche, dass die Katholiken den Menschen in Oberhausen einerseits Orte anbieten möchte, wo diese mit Gott in Berührung kommen und „Begegnung, Gemeinschaft und Begleitung erfahren“. Andererseits bieten sich die Katholiken der Stadtgesellschaft und allen religiösen Gruppen als Dialogpartner an. Diese „Oberhausener Erklärung“ soll ein Leitbild sein, an dem sich die Stadtkirche „orientieren und von anderen messen lassen“ möchte.

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