22. Oktober: Sarria – Portomarin

Weiter geht´s auf dem Weg gen Westen…


Nachdem in der gestrigen Abendrunde unser selbst gedichteter „Santiago-Song“ uraufgeführt wurde, hieß es heute morgen Abschied nehmen von unserer kleinen privaten Herberge in Sarria. Die Wetterlage schien sich zunächst nicht wirklich zu verbessern und so ging´s mal wieder im Regenzeug los.


Unser heutiges Etappenziel war der Ort Portomarin, 21 km von Sarria entfernt. Der Weg führte uns schnell aus der Stadt heraus und hinein in die grüne Hügellandschaft Galiciens. Den ein oder anderen erinnerte die Umgebung eher an Irland oder Wales als an Nordspanien.


Zum Glück klarte das Wetter im Verlauf der Etappe auf und ab und zu ließ sich sogar die Sonne blicken. Absolutes Highlight der heutigen Strecke war sicherlich das Überschreiten der magischen 100 Kilometer-Grenze. Ungefähr auf der Hälfte der Etappe hatten wir es am Wegstein rot auf Granit: Es waren nur noch 100 Kilometer bis zum Ziel unserer Pilgerreise!!!


Über weite Strecken bergab ging es nun über Stein- und Schotterwege unserem Ziel Portomarin entgegen. Die Stadt sollte eigentlich an einem großen Stausee liegen, doch zu unserer großen Überraschung hatte sich der See „verflüchtigt“. Wegen Reparaturarbeiten an der Staumauer war das Wasser abgelassen worden und nun wieder der Flusslauf des „Minho“ sichtbar. Besonders interessant: die nun trockenen Areale gaben den Blick auf das alte Portomarin frei. Der Ort war 1962 dem Staudamm zum Opfer gefallen und überflutet worden. Lediglich einige wichtige Bauten (z.B. die Wehrkirche des Johanniter-Ordens) wurden in mühevoller Kleinarbeit abgetragen und im neuen Ort wieder aufgebaut.


In der Gemeindeherberge der Stadt haben wir für heute Nacht eine Unterkunft gefunden. Nach dem Abendessen und der Abendrunde werden wir nach dieser für viele doch recht ermüdenden Etappe in den wohlverdienten Schlaf fallen.

Anne Leitzen und Markus Schumacher

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