1000 Seiten Antworten zu Ehe, Familie und Sexual-Moral

Die Deutsche Bischofskonferenz hat die Antworten zum Vatikan-Fragebogen zur Familien-Pastoral zusammengefasst und nach Rom geschickt. Allein die Deutsche Bischofskonferenz haben mehr als 1000 Seiten an Rückmeldungen zu der weltweiten Umfrage erreicht. Die Zusammenfassung wurde veröffentlicht.

Bischofskonferenz veröffentlicht Antworten zu Vatikan-Fragebogen

Nachdem aus den 27 deutschen Bistümern insgesamt mehr als 1000 Seiten Rückmeldungen zum Fragebogen des Vatikans rund um die Themen Ehe, Familie und Sexual-Moral eingegangen waren, haben die deutschen Bischöfe nun eine Zusammenfassung erarbeitet und diese nach Rom geschickt. Wie ähnliche Antwort-Schreiben aus allen Teilen der Welt dient das Schreiben der Vorbereitung der Außerordentlichen Vollversammlung der Bischofssynode, die vom 5. bis 19. Oktober zum Thema „Die pastoralen Herausforderungen der Familie im Kontext der Evangelisierung“ im Vatikan stattfinden wird.

Die Antworten aus den Bistümern sind im Einzelnen sehr unterschiedlich entstanden, teilt die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) mit. Der Ständige Rat der DBK, die Versammlung der deutschen Diözesanbischöfe, hatte auf seiner jüngsten Sitzung die Antworten intensiv diskutiert. Einzelne Bistümer hätten Ausarbeitungen durch Fachleute und -gremien erstellt, andere Antworten von Räten der verschiedenen Ebenen oder auch Befragungen von Einzelpersonen und Onlinebefragungen mit entsprechender statistischer Auswertung vorgelegt. Vor allem stand der Aspekt der Bestandsaufnahme im Vordergrund. Im Bistum Essen hatten im Auftrag von Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck der Diözesanrat der katholischen Frauen und Männer im Bistum Essen, das Gremium der gewählten katholischen Laienvertreter, sowie der Priesterrat Antworten auf die Fragen des Vatikan zusammengetragen. Die Antwort des Bistums Essen war bereits Mitte Dezember zur Deutschen Bischofskonferenz nach Bonn geschickt worden. Schon bei Eingang des Fragebogens im Herbst hatte Overbeck einerseits darauf verwiesen, dass die Frist bis zur Abgabe der Antworten „keine Zeit für einen umfassenden Konsultationsprozess“ lasse. Andererseits seien viele Themen des Fragebogens bereits im Dialogprozess „Zukunft auf katholisch“ diskutiert worden, so dass die gewählten Gremien auf diese Antworten zurückgreifen konnten.

Der nun erstellten Zusammenfassung zufolge wird bundesweit unter anderem das Angebot der Familien- und Sakramentenpastoral der katholischen Kirche besonders positiv bewertet. Kritisch gehen viele Antworten hingegen auf das Familienbild der Kirche ein. Wie die Rückmeldungen zeigen, ist inner- wie außerkirchlich die Sexualmoral der Kirche kaum akzeptiert und verständlich zu machen. Das hatte auch die Umfrage im Bistum Essen ergeben. Ausführlich gehen die Antworten auf die Herausforderung zur Weitergabe des Glaubens und die christliche Erziehung in den Familien ein. Getrennt Lebende und wiederverheiratet Geschiedene werden als selbstverständlicher Teil der pastoralen Realität in Deutschland bezeichnet.

Die Rückmeldungen aus Bistümern und Verbänden zeigen eine breite Beteiligung der Gläubigen. Das in kurzer Zeit entfaltete Engagement der einzelnen Personen und Personenkreise ist beachtlich. Dies verweist einerseits auf die grundlegende Lebensrelevanz der Gesamtthematik als auch andererseits auf ein großes Interesse daran, die je eigenen Vorstellungen und Einschätzungen in die Vorbereitung der Synode einzubringen.

Die Bischöfe im Ständigen Rat sind dankbar für das Engagement aller Beteiligten. Im Ganzen ergibt sich eine nüchterne Bestandsaufnahme dessen, was die Katholiken in Deutschland an der kirchlichen Lehre von Ehe und Familie achten und schätzen, aber auch, was sie an ihr befremdlich finden und für wenig bis gar nicht zustimmungsfähig erachten. Deutlich wird auch, dass sich die katholische Kirche in Deutschland mit großem Engagement in vielen Bereichen der Ehe- und Familienseelsorge einsetzt, wenngleich an vielen Stellen der Bedarf noch größer ist.

Die deutschen Bischöfe werden diese Unterlagen zur Vorbereitung der Bischofssynode in ihre weiteren Beratungen einfließen lassen. Insbesondere werden sich die Glaubenskommission und die Kommission für Ehe und Familie mit den anstehenden Fragen befassen. (dbk/tr)

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